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Raphael d' Urbino. 95
u und in den Goͤttinnen alles ſanfte und zärtliche, das ihnen zukommt. Diet kazlen ſchweben mit einer unnachahmlichen Leichtigkeit; und in einem der Abſchnit-e wird der Ruͤcken der einen Grazie als das groͤßte Meiſterſtuck bewundert. Dasdanze Werk beſteht aus zwey groſſen Plafonds, und in zehen Seiten-Abtheilungen,l bon dem zu den Seiten herabgehenden Gewölbe gemacht werden, und ebeno biel beſondere Vorſtellungen enthalten, welche ſich alle auf die Geſchichte der Pſp-1 beziehen. Giovanni da Üdine ſein Schüler, malte die Feſtons und Zierathen.ticanag hat dieſe herrlichen Gemaͤlde, als einen Anhang zu den oben angefuͤhrten Va-caniſchen beſchrieben.hin Als eine Nebenarbeit beſchaͤftigte er ſich mit vielen Zeichnungen zu Tapeten, 1001 die Geſchichte von dem Apoſtel Petrus, und die herrlichen Cartons zu zehlen ſind,ſlcheanjetz zu Hamptoncourt in Engelland, als ein groſſer Schatz aufbewahret wer-ur den Konig von Frankreich malte er den Fall des Lucifer, eine heilige Familie,undd engel Michael. Der Koͤnig von England erhielt von ihm den Ritter St. GeorgIr le heilige Margaretha, welche beyden Bilder aber hernach auch an den Koͤnig inderalkreich kamen. Der Pabſt hatte noch nicht genug von der Hand des Raphaels,109 egen trug er ihm eine neue muͤhſame Arbeit auf, die der Künſtler aber nichtS endete, ſondern daruber von dem Tode uͤbereilet wurde. Es war dieſes deraal Conſtantins„worinn er in vier Haupt Gemälden eben ſo viele Geſchichte die-1 Nayſers, als die Erſcheinung des Kreutzes, den groſſen Sieg wider den Maxentius,ſel des Kayſers, und deſſen Schenkung der Stadt Rom an den Pabst, vor-en wollte. Er verfertigte auch die Zeichnungen dazu, und machte den Anfang;05 Tod ihn aber übereilte, führten Giulio Romano und Penni ihres Meiſtersage vollends aus.
Sein ſchönſtes und beruͤhmteſtes Bild, und das man uͤberhaupt fur das erſteermide in der 5 haͤlt, it bie Verklaͤrung Chriſti zu St. Pietro in Montorio:ei zerfertigte es kurz vor ſeinem Tode, und ſoll Julio Romano die letzte Hand anK en Figuren gelegt haben. Er ließ viele ſeiner Arbeiten unter ſeiner Aufſicht in
upfer echen durch den beruͤhmten Marco Antonio„deſſen Bildniß auf der PlatteWegen gestellt iſt, durch den Auguſtino Veneziano, und Marco Ravenna, die des-An n von Liebhabern ſehr hoch geſchaͤtzt werden. Er eiferte beſtändig mit Michelelo in die Wette. Und wie er des letzternſtarke Manier in Zeichnung des nacken-des geſehen hatte, verbeſſerte er die Seinige darnach, ohne in die zu ſtarken Muskelnichgel Angelo zu fallen.
u Er ahmte alſo nur das Gute dieſes groſſen Zeichners nach, und ſuchte nicht bloß
im ſeine Starke im nackendem zu zeigen, eine Menge von verdrehten Stellungen, und
5 75 erkuͤrzungen anzubringen, ſondern behielte allemal in ſeinen Compoſitionengroſſe
oſſen Vorzug vor dem Michael Angelo.
het Bey ſeinem unaufhörlichen Fleiße, und da alle Groſſen ſich um die Wette bemuͤ-len, etwas von der Hand dieſes treflichen Meiſters zu beſizen, konnte es nicht feh-art. aß er anſehnliche Reichthuͤmer erwerben mußte. Er erbauete ſich in Rom einbet des daus, das einen Beweis ſeines reinen Geſchmacks in der Baukunſt abgie-elt und in unſerm Werke unter den roͤmiſchen Pallaͤſten abgezeichnet iſt. Er unter-wurd uch ganz Italien Zeichner, die das merkwuͤrdigſte, was in der Kunſt entdecktabzeichnen mußten„und ſchickte deren ſo gar einige nach Griechenland.
Er war der Liebe um andern Geſchlechte ſehr ergeben, und fiel durch ſeineMusſchweifungen in ein biüiges Fieber, welches ihm im ſieben und dreißigſten dale.
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