del Sarto, und Pordenone. 97
ſeſen Walke nicht vor Augen hatte, fiel er auf Abwege, und malte groſſe rieſenmaͤſge Figuren, und die Korper zu hager. In der Kirche Maria dell Anima machte ergelen groſſen Chriſtoph. Nach Raphaels Tode arbeitete er nebſt Julio Romano, undemem Schwager Pierin del Vaga um die unvollkommenen Werke deſſelben im Vaticanzu Stande zu bringen. Weil dem Pabſt des Penni Manier vorzuͤglich gefiel, ſo trugteebm auf Raphaels Verklärung Ehriſti zu copiren, worüber die dren Kunſiker ſichfreuen, Julio gieng nach Mantua, wohin ihm Penni folgte, von jenem aber 155peundlich aufgenommen wurde; deswegen verließ Penni Mantua, und begab ſich nach
kapel zum Marcheſe del Vaſto, den er abgemalt hatte. Er war von einem ſehri wächlichen Geſundheitszuſtande, und mußte deswegen nicht lange hernach An. 152g.deſeinen beſten Jahren ſterben. Er hatte einen Bruder Lucas, der nicht ungeſchickt5 and beſonders zu Genua viel gearbeitet hat.„Dieſer legte ſich zuletzt vorzuͤglich
fdas Kupferſtechen, und hielte ſich eine Zeitlang in England und Frankreich auf.
44. Pellegrino.
Pellegrino, von Modena gebuͤrtig, hatte ſchon den Ruf eines guten Kuͤnſtlers,10 ſich aber zum Raphael m die Schule, von dem er ſo viel gehoͤrt hatte, um es8 hoher zu bringen. Naphael hielte viel auf ſeine Geſchicklichkeit, und brauchte ihn
verchiedenen Arbeiten. Dieſer groſſe Meiſter hatte damals eine ganze Academie
vers Schülern, ſo daß er niemals ausgieng ohne von vierzig bis funfzig begleitet 5
abe.„Nach Raphaels Tode begab er ſich wieder in ſeine Vaterſtadt, wo er vie
erm tete. r wollte einſtens ſeinen Sohn, der in einem Streite jemand auf der Gaſſe
wunde hatte, retten, ward aber daruͤber von der Gegenpartey ſo gefaͤhrlich ver-et, daß er nicht lange hernach ſeinen Geiſt ſelbſt aufgeben mußte.
45. Andreas del Sarto.
weil ſurdreas im Jahr 1478. zu Florenz gebohren, bekam den Zunahmen del Sarto, Platten.
n Vater Vannuchi ein Schneider war. Er bezeugte weit mehr Luſt zumte 95 als zum Godſchmade, zu Mater Kunſt ihn ſein Vater anfangs beſtimmt hat-Nei ein trefliches Genie und beſondere Neigung machte, daß er einer der groͤßtenJeich er wurde, ob er gleich anfangs bey einem ſchlechten Meiſter Nahmens Barile dieind nung lernte. Nachgehends kam er zum Peter Coſimo, wo er ein guter Zeichner,ſehr 0 beſſerer Coloriſte wurde. Seine Compoſition wird gleichfals von Kennernfind ſchatzet: ob ihm gleich einige vorwerfen, daß er manchmal Albert Duͤrers Er-uͤbte gen in ſeinen Werken angebracht, und deſſen Kupferſtiche gebraucht habe. Eranfan⸗ eſtändig nach den Gemaͤlden des da Vinei und Michel Angelo, und machteniz 15 dieles in Geſellſchaft ſeines Freundes Francia Bigio. Die Geſchichte Johan-ausſah aufers malte er grau in grau in zwoͤlf Stuͤcken, die wie in Marmor gehauen
verſchn n. In der Nunziata verfertigte er die Geſchichte des heiligen Philippus inchiedenen Stuͤcken.
Im erſten klei li ˖ N im zweyten werden einige Spotteru. eidet Philippus einen nackenden; im zwey a laus 0 eslaͤſterer. Gebet vom Blitze geruͤhrt, im dritten treibt er den Teufel
85 eſeßnen, im vierten weckt ſein entſeelter Koͤrper durch ein Wunderwerk einſer dieſe id auf; im fuͤnften heilen die Moͤnche mit ſeiner Kappe kranke Kinder. Aus-Abet en fuͤnf Gemaͤlden, malte er noch eben daſelbſt die Geburt der Maria, und dieder die der drey Weiſen auf naſſem Kalk. Die Barfuͤſſer Mönche ließen vier Bil-nes, nächte, und die Liebe, und zwey Stuͤcke aus der Geſchichte des Johan-
ich ſeine Predigt ine Taufe, durch unſern Kuͤnſtler verfertigten. Eri Saupttg, VII Sb 15. ſeine Tauf 5 i fl