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Siebender Band.
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Hugo daCarpi.

200 Rap. 23. Von den beruͤhmteſten Kupferſtechern der Italiener

Magdalena, die vier Evangeliſten, ſo an den Bogen der Kapelle alla Trinita zu ſehenſind, desgleichen noch andre Stuͤcke, die Raphael fuͤr die Gallerie des Pallaſts Maſſim!gezeichnet gehabt, und welche Thomas Barlachi, nebſt den Tapeten im Saal despaͤbſtlichen Conſiſtorium, nachgehends nachgeſtochen.

Nachdem Mare-Antonio ſich ſo beruͤhmt gemacht hatte, hieng er ſeinem Ruhmeinen Schandfleck an, der ihn in viele Verdruͤßlichkeiten, und endlich gar in die Gefan“genſchaft brachte. Julius Romanus hatte naͤmlich zwanzig Blatter mit den unzuͤchtigſtenVorſtellungen, welche ſich die ausſchweifendſte Wolluſt nur gedenken kann, gezeich-net, und der beruͤchtigte Petrus Aretinus eben ſo ſchaͤndliche Verſe dazu gemae 5dieſe brachte Mare-Antonio in Kupfer. Als der Pabſt Clemens VII. ſolches erfuhr/ließ er den Verkauf der Abdruͤcke verbieten, und den Kupferſtecher beym Kopfe nehme.Julius Romanus wuͤrde ein gleiches Schickſal erfahren haben, er war aber berelnach Mantua abgereiſet. Mare-Antonio ward auf vieles Bitten des Kardinals von

ſedieis und des mehrgedachten Baccio Bandinelli, welcher damals fuͤr den Pabſarbeitete, wieder in Freyheit geſetzt.

Nach erlangter Freyheit ſtach unſer Kuͤnſtler ein groſſes Blatt nach Bandi-nelli, welches den heiligen Laurentius der auf dem Roſt gebraten wird, mit vielennackenden Figuren vorſtellet. Er hatte darinn die Zeichnung des Originals hin undwieder verbeſſert, und obgleich Bandinelli das Gegentheil bey dem Pabſte behaupteteſo fand dieſer doch einen ſolchen Wohlgefallen daran, daß er den Marc⸗Antonio voder Zeit an lieb gewann. Nicht lange darauf ward Rom im Jahr 1822. mit ſtuͤrmen,der Hand eingenommen, und geplündert. Mare⸗Antonio ſiel den Spaniern inHaͤnde, und mußte nicht nur ein anſehnliches Löſegeld geben, ſondern verlor noch uͤbel-dieſes alles das Seinige, ſo daß er als ein Bettler nach Bologna kam. Er ſtarb da-ſelbſt nicht lange darauf; einige glauben er ſey ermordet worden, weil er die ober?wehnte Platte vom Kindermorde, wider ſein gegebnes Wort, noch einmal nachge-ſtochen hatte.

Der bereits erwehnte Auguſtin Veneziano wandte ſich von Rom nach Florenz/um nach den Andreas del Sarto, welcher nach Raphaels Tode für den groͤſten Meistegehalten wurde, zu ſtechen. Dieſer ließ ſich anfangs den Vorſchlag gefallengab ihm eine Zeichnung, welche einen todten Chriſtum, der von drey Engeln getragenwird, vorſtellt; als das Blatt aber nicht ſo ausfiel, wie er ſich vorgeſtellt hatte, wollete er nichts mehr durch ihn, und auch nicht durch andre ſtechen laſſen. 5ſtachen andre Meiſter nach des Malers Tode eine Heimſuchung Eliſabeth und den hel-ligen Johannes, welcher einige Kinder tauft; wovon das Gemälde Ai Scalzi inrenz haͤngt.

Es wuͤrde zu weitlaͤuftig ſeyn alle Kupferſtecher anzufuͤhren, die ſich hervortha-ten, nachdem dieſe Kunſt einmal bekannt geworden war. Wir wollen nur noch einigeder vornehmſten anfuͤhren. Als das Holzſchneiden nach Italien aus Deutſchland kamfanden ſich bald einige die ſich darauf legten, inſonderheit that ſich Hugo da Eqhervor. Er war ein mittelmaͤßiger Maler, der um das Jahr 1510. lebte, gerieth 15auf die Erfindung, Holzſchnitte mit zwey und drey Stoͤcken zu verfertigen, wodiſer eine Abwechſelung der Farben hervorbrachte. Anfangs nahm er nur zwey Stoͤcke-mit dem einen druckte er den Umriß und Schatten ab, und durch den andern gab, adem Bilde die Farbe, ſo daß die lichten Stellen vom Papier weiß blieben. Auf dieArt verfertigte er nach Raphael eine ſitzende Sybille, welche lieſet, und ein Kin 505

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