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Siebender Band.
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Suercino.

206 Kap. 23. Von den beruͤhmteſten Kupferſtechern der Italiener

woraus man die erſtaunliche Fruchtbarkeit ſeines Genies, und die Hurtigkeitſeiner Hand abnehmen kann. Tempeſta ſtarb im Jahr 1630.

Der beruͤhmte Maler Guido Rheni hat mit eigner Hand gleichfalls einigeBlaͤtter radirt, und zwar theils nach andern, theils nach eignen Erfindungenals: den heiligen Rochus, der Allmoſen austheilet, nach Hannibal Caracei; Chri-ſtus im Grabe, ein Blatt in der Hoͤhe, nach Parmeſan; eine heilige Familie, nebf

dem heiligen Johannes, der die Fuͤſſe Jeſu kuͤßt; Jeſus und Johannes in eine

Landſchaft, worinn Maria und Joſeph in der Entfernung ſtehen; Eine Gruppevon drey Kindern, die eine Schaale mit drey Glaͤſern halten; Eine Maria, weileche das ſchlafende Kind Jeſus zudeckt, in einer runden Einfaſſung. Eine ſitzendeMaria mit dem Kinde, deſſen Fuß Johannes ergreift; Eine heilige Familie m1Engeln, welche Blumen ſtreuen; Eine ſitzende Maria mit dem Kinde, welches eineSchwalbe an einem Faden haͤlt. Das Kind Jeſus welches die Maria umarmt/nebſt dem Joſeph unter einer Bogenſtellung, und andre mehr.

Guereino da Cento hat auch einen Verſuch gemacht zu radiren, und ein paar

Blaͤtter, als einen heiligen Anton von Padua, und einen heiligen Johannes geaͤt

Johann Benedetto Caſtiglione, ein bekannter Maler, deſſen im 120. Ar-tickel gedacht worden, hat verſchiedne Blatter radirt, die voll Geiſt und Feu-er ſind. Wir gedenken nur der vornehmſten, naͤmlich: Diogenes mit der Later-ne; eine Geburt Chriſti; der Eingang in die Arche, daſſelbe Blatt noch einmal,aber kleiner. Die Auferſtehung Lazarus groß und klein; die Flucht nach Egypten?Maria mit dem Kinde, und ein Engel, der den Joſeph aufweckt; fünf Landſchalten, mit Faunen und Satyren; eine Zauberin mit einigen Thieren; Circe, welbey der Fackel ein Grab öfnet, um die Waffen des Achilles zu ſuchen; zwey Lasgen mit maͤnnlichen Koͤpfen, eine von ſechzehn die andere von ſechs Stücken, wounter des Caſtiglione ſein eigner Kopf befindlich iſt. Verſchiedne Allegorien, unallerley Einfaͤlle(welche die Italiener Capricci nennen) deren Anzahl ſich auf vierund ſtebenzig erſtreckt.

Petrus Teſta(ſiehe Artickel 114.). Man wollte ihn anfangs gebrau-chen, um nebſt Cornelius Bloemart, Theodor Matham, Regnier Perſin die Sta-tuen der Gallerie des Prinzen Giuſtiniani in Kupfer zu ſtechen, es gieng 4 15nicht recht mit ihm von ſtatten, deswegen legte er ſich auf das radirenſta war aus Lucca, von ſeinem unglücklichen Ende iſt oben Erwehnung geſchehell.Er hatte eine ungemein feurige Einbildungskraft, man tadelt aber billig bey einenJuſammenſetzungen, daß er ſeinem Feuer keinen Einhalt gethan, und darüberwild und unrichtig gezeichnet hat. Seine radirten Blatter belaufen ſich ohngefehtauf fuͤnf und vierzig, welche Baldinucci beſchreibt. Er gab zuerſt ein Zeichenbuch heraus, unter den Titel: ii Liceo della pittura. Ferner den Achill welcheden erſchlagenen Hector an ſeinem Wagen gebunden, um die Mauren vonja ſchleppet; Pluto, welcher die Proſerpine raubt; Dido, welche ſich 5 1

Scheiterhaufen erſticht; und Juno in den Wolken, welche die Iris ſchict.