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Siebender Band.
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Von Albert Duͤrer. 221

od er gleich ein ganzes Werk davon geſchrieben hat, und man alſo ſchlieſſen ſollte, daßr ſie um ſo richtiger ausgeuͤbt haben wuͤrde. Kurz, Albert Duͤrer hat unendlich vielFleiſtet, wenn man bedenkt, in welchem elenden Zuſtande ſich die Kunſt vor ſeiner

et befand. Hätte er die Muſter der Alten wie Raphael vor Augen gehabt,vielleicht konnte man ihn jenem groſſen Italiener an die Seite ſetzen. Ihm bleibtallemal der Ruhm, daß er einer der groͤſten Genien geweſen, welche die Kunſt auf—zuweiſen hat; und das Verdienſt, daß er das meiſte zur Verbeſſerung des Geſchmacksin Teutſchland beygetragen.

1. Als er zu Venedig war, malte er fuͤr einige teutſche Kaufleute das Bild desheiligen Bartholomaͤus, welches in der bey dem teutſchen Hauſe liegenden Kirche auf—gehangen wurde. Sein Lob erſchallte weit und breit uͤber dieſes Meiſterſtuͤck: es kamgar fuͤr Kaiſer Rudolph II. der nicht eher ruhete, bis er es fuͤr eine groſſe Summeeldes erhandelte, und nach Prag ſchaffen ließ. Damit es nicht vom Stoſſen desagens leiden moͤgte, wurde es eingepackt, und von Venedig bis dahin getragen.

In ſeiner Geburtsſtadt Nuͤrnberg haͤngt ſein in der Jugend ſelbſt gemaltesloniß auf Holz. Wie Duͤrer ſo viel von Raphaels Gemaͤlden horte, ſchickte er ihmm Bildniß, und bat ſich ſeine Freundſchaft aus. Raphael ſelbſt ſchätzte Duͤrersrbeiten hoch, und ſahe ein, was fuͤr Talente in dem Kuͤnſtler verborgen lagen, wenner ſolche unter einem andern Himmel haͤtte entwickeln koͤnnen. Einige wollen zwar be-konten, Duͤrer habe in Italien ſtudirt, er iſt aber nicht weiter als bis Venedig ge-onmen, und daſelbſt hielt er ſich nicht laͤnger auf, als noͤthig war, um ſeine Sache,wegen der mehrgedachten Nachſtiche des Marc⸗Antonio zu betreiben.

Ka Duͤrer wurde ſeiner Kunſt halben von allen Potentaten geehrt, worunter die

bralſer Maximilian, und Carl der V. oben an ſtehen. Erſterer gab ihm einen Adels-ef. Als er einſt etwas auf der Wand zeichnen wollte, und dazu auf die Leiter ſtei-

5 muſte, befahl der Kaiſer einem Edelmann ſolche zu halten, und wie dieſer es ſei-em Adel nachtheilig hielte, gab Maximilian zur Antwort: Abert iſt durch die Kunſt

81 als ein Edelmann: ich kann von einem Bauern einen Edelmann, aber von kei-in Edelmann einen ſolchen Kuͤnſtler machen.

Eines der ſchoͤnſten Gemaͤlde Duͤrers iſt, Chriſtus, welcher in dem Himmel0 dem Kreuze 1 wird, und unten herum ſtehen der Kaiſer, der Pabſt60 eine Menge von Koͤnigen und Kardinaͤlen: er ſelbſt befindet ſich auch dabey, und1 ein Taͤfelgen in der Hand, worauf man lieſet: Albertus Dürer, Noricus facie-t Anno de Virginis partu 1511. Viele Bilder muſte er fuͤr die kaiſerliche Gallerie0 ch Prag malen. Eine daſelbſt befindliche Kreutztragung Chriſti, ſchenkte der nuͤn-undeiſche Rath dem Kaiſer. Fuͤr die Gallerie nach Wien verfertigte er ein Stuͤck ein91 tene halbe Elle hoch, worauf die Marter von 300. Chriſten mit unglaublichemauß und Mühe vorgeſtellt war. In dem Dominicaner Kloſter zu Frankfurt ſahe.Gar eie Himmelfahrt Maria, worinn man viele ſchoͤne Geſichter, und unter andern die8 are der Engel mit ſolchem Fleiſſe, als wenn es Kupferſtiche waͤren, gemacht ſaheBat ſteht aber nur die Copie da, weil das Original an Churfuͤrſt Maximilian vonPeder gekommen. Bey gedachtem Churfuͤrſten ſahe Sandrart ein ganzes Buch aufAlcaament gezeichneter Heiligen, nebſt vielen Zierathen: ferner in der Gallerie einecketia in Lebensgröſſe, und die vier Evangeliſten, von unſerm Meistern.

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