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Siebender Band.
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Rap. 3. Von Albert Duͤrer.Das 3. Kapitel.Von Albert Dürer.

14. Albert Duͤrer.

Platte 8 der Zeit, als die Kuͤnſte in Italien anfiengen ſich zu heben, erſchien in Teutſch-

land Albert Duͤrer, den man den Vater der Kunſt nennen kann, weil er den Rach-folgern den Weg gebahnet, und Urſache geweſen, daß nach ihm mehrere die Kunſt trie;ben, und weiter darinn fortarbeiten konnten, da einmal ein ſo guter Anfang gemachworden. Sein Vater, ein Goldſchmied, ſtammte aus Ungarn, ließ ſich aber iiNürnberg nieder, wo er ſich verheyrathete, und achtzehn Kinder zeugte, unter wel,chen unſer Albert das dritte war. Unter der Aufſicht ſeines Vaters lernte er dasGoldſchmieds Handwerk, und folglich auch mit dem Grabſtichel umzugehen 3Jahr 1486. kam er zu Michael Wolgemuth, und lernte bey demſelben die Malerkunſtweil Martin Schoͤn, zu dem er Anfangs reiſen ſollte, geſtorben war.

Nach uͤberſtandnen Lehrjahren hielt er ſich vier Jahre in den Niederlanden auf,und verfertigte nach ſeiner Zuruͤckkunft, die drey Grazien, oder nach Sandrarts 6nung Hexen, weil die Holle und Teufel dabey gebildet ſind. Sie ſollen nach Jlechgvon Mecheln geſtochen ſeyn. Ueber den Figuren ſteht die Jahrzahl 1497. da er ſechund zwanzig Jahr alt war, und die Buchſtaben O. G. kl. die von etlichen ausgelegtwerden: O Gott huͤte uns fuͤr Zaubereyen. Ein wilder Mann mit einem Todten-kopfe im Wappen von 1503. Adam und Eva 1504. Seine Paſſion, die gut geſto'chen und artig gezeichnet iſt, hat mehrere Jahre als 1507. 1508. und 1512. Der He zogvon Sachſen 1524. Melanchthon 1526. welches das letzte Jahr iſt, das man auf ſeinelnWerken findet. In allen Stuͤcken befliß er ſich, der Natur ſo viel moͤglich zu folgen,Man hat deren eine groſſe Menge, die in damaligen Zeiten alle mit vieler egierd-aufgeſucht wurden. Man konnte den Fleiß und die Sauberkeit nicht genug daran 5wundern. Selbſt die Italiener gaben ihnen nicht nur das verdiente Lob, ſondern vieſuchten ihm auch in Zierathen und Figuren nachzuahmen, ja wohl gar gane Hiſtoriennach ihm zu copiren, wie Mare-Antonio mit dem Nachſtiche der Paßion bewieſen.

In der groſſen Paßion hat Duͤrer ungemeinen Fleiß gezeiget, wie vorne,

lich aus dem Abendmal und der Höllenfahrt zu ſehen. Man dehlt bey 400. lätte iwache dieser unermüdete Kunſter theils in Kupferſtchen theils in Hotzſchnitter hl,ausgegeben, auſſer der groſſen Ehrenpforte fuͤr den Kaiſer Maximilian. Daß 2bert Duͤrer ſeine Kunſt nicht blos handwerksmaͤßig, ſondern nach den Regeln ſtudibeweiſen ſeine gelehrten Werke von der Geometrie, von der Perſpektiv, Bauund ins beſondre von der menſchlichen Proportion.

Albert Duͤrer war aber auch ein groſſer Maler, und legte ſich eine zeitlang/ 15er aus Wolgemuths Schule kam, ganz darauf, mit Hintanſetzung des upfergf,chens. Man bewunderte in ſeinen Bildern den erfinderiſchen Geiſt, und eine lebhnte Einbildungskraft, die mit einer muͤhſamen Gedult in fleißiger Ausführung“ hExempel der Haare und des Bartes verbunden iſt. Man ſieht daß er der Natu idezuahmen gelücht, und darnach gezeichnet; mur hat er nicht alemal edle Can begewaͤhlt, daher iſt der Ausdruck oft ſchwach und nichtsbedeutend. Seine Figure ar,ben eine ſteife uͤbelgewaͤhlte Stellung, und den Gewaͤndern mangeln die ſanften wehtlichen Falten. Den Landſchaften wuſte er ganz angenehme Lagen zu geben, nus gh,es an einer guten Luft, an der gehörigen Haltung, und zuweilen an der Perſper 9h

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