226 Kap. 4. Von gucas Kranach/ Virgilius Solis, ꝛc.
Altars ſind auch von ihm in dem Geſchmack ſeines Lehrmeiſters gemalt. Nach 23 Nachricht ſtarb er um das Jahr 1545. Er hat auch Holzſchnitte heraugegeben.
28. Barthel Boͤhm. ipferſti-
Platte v. Barthel Boͤhm, ein Nürnberger, that ſich durch ſeine Malerey und Kur 15
plan che hervor: zumal waren die letzten ſo gut, daß viele ſie fuͤr auslaͤndiſche Arbeit 911
N. N. ten, weil er weder ſeinen Nahmen noch ein Zeichen darauf geſetzt, ſondern nur 0etlichen die Jahre 1520. bis 1528. angezeigt hat. Er ſtund bey Herzog Wilhelm in Bayer Nſehr in Gnaden, welcher ihm eine Reiſe nach Italien thun ließ. Bey dieſer Gelegenheit gerieth er mit dem Mare-Antonio in Bekanntſchaft, und gab in deſſen Nahmenverſchiedne Blaͤtter heraus. Er ſtarb in Italien nach dem Jahre 1540. Man ſieht inMuͤnchen die Bildniſſe Kaiſers Carls V. Ferdinands J. und andrer, welche ſehr richtiggezeichnet, und wohl colorirt ſind.
Seine Kupferſtiche ſind ſehr ſauber, und man trift darunter die Vildniſſe 115
gedachter beyden Kaiſer an. Von den unter des Marc⸗Antonio Nahmen gemach 0Stuͤcken iſt ein auf der Erden liegendes todtes Kind, mit den Worten: Mors omm!aequat, eine nackende Cleopatra, ein Kindertanz, einige Schlachten, ein Raub deHelena, Adam und Eva, das Urtheil des Paris u. ſ. w. Jacob Pink und GeordPens haben nach ſeiner Manier gearbeitet. Sein Bildniß zeigt die Platte J.kommt aber noch einmal in jugendlicher Geſtalt auf der Platte N. N. vor.
20. Hans Sebald Boͤhm.
Doppelmayer glaubt, dieſer Kuͤnſtler habe nicht Hans ſondern nur blos SchuBohm geheiſſen, weil man ihn ſo auf ſeinen Werken genennt findet, ſein Brohieß Hans Boͤhm, und legte ſich auch auf die Malerkunſt. Aus welchen beyden 4 6muthlich nur ein Meiſter gemacht worden. Er malte in der Manier von arthBoͤhm, und verfertigte kleine Bauerntaͤnze, wie ſie um Nuͤrnberg uͤblich waren 1 5andre Bauerngeſellſchaften. Er war auch ein Kupferſtecher und Holzſchneider, wor 65er verſchiedne gute Sachen hinterlaſſen hat. Das liederliche Leben, in welch 2er verfiel, war Schuld, daß er nicht mehr gearbeitet, und daß er von niemand 1achtet wurde. Der Tod nahm ihn im Jahr 1550. weg, nachdem er eine Weinſchelerrichtet hatte, worinn es nicht gar ehrbar zugieng.
Platte V.
Auf einigen Kupfern ſteht ein B. auf andern P. und weil die Figuren der lebtenetwas mehr ins ſchmale fallen, ſo wollen einige daher ſchlieſſen, daß ſie von zweyel ſoMeiſtern ſind; wenn man ſie aber genauer betrachtet, ſo ſindet ſich durchgaͤngig ieviel uͤbereinſtimmendes, daß man ſie fuͤr die Arbeit eines Mannes halten darf. n.mit P. bezeichneten ſcheinen um das Jahr 1520, die andern bis 1540. verfertigt zu ſey
30. Georg Pens.
Georg Pens ſtammte aus der um ſelbige Zeit an Kuͤnſtlern ſo fruchtbaren 710platte v. Nuͤrnberg, und lernte Anfangs bey Albert Duͤrer. Der Ruf von Raphael loc th,aber nach Rom, wo er fleißig nach dieſem groſſen Kuͤnſtler zeichnete, und in di em ea,
cke der beſte Meiſter unter den Deutſchen wurde. Man ſahe es ſeinen Werken 5
daß er ſich von der aͤngſtlichen Manier ſeiner vorigen Landsleute zu entfernen 16
Er arbeitete vor Mare-Antonio, und gab in deſſen Nahmen einige Blaͤtter na ſenphaels Zeichnungen ans Licht. Nach ſeiner Zuruͤckkunft hielte man ihn fuͤr 10 c-