228 Kap. 5. Von Chriſtoph Amberger,Das 5. Kapitel.Von Chriſtoph Amberger, und noch ſechs teutſchen Kuͤnſtlern
aus der aͤlteſten Zeit.
34. Chriſtoph Amberger.
Nlatte v. ehriſtoph Ambergers aus Nuͤrnberg Lehrmeiſter iſt ſo unbekannt, wie ſein Geburts-jahr. Weil er aber theils in Strasburg viel gearbeitet, und Holbeins Manier
nachgeahmt hat, theils auch die Jahrzahl damit uͤbereinſtimmt, ſo haͤlt man ihn 5groſſer Warſcheinlichkeit fuͤr einen Schuͤler dieſes beruͤhmten Malers. Er war ſin freich von Erfindung, und ein guter Coloriſt. Das meiſte von dieſem Kuͤnſtler ſichtman zu Augſpurg. Das beſte von ihm waren zwoͤlf groſſe Stücke von der Ge-ſchichte Joſephs auf Leinwand gemalt, nur Schade daß er ſie mit Eyweiß, und folglich nicht auf die Dauer gemacht hatte. Kaiſer Carl V. ließ ſich Anno 1530. 1ihn abmalen, und war ſo wohl mit dem Bildniße zufrieden, daß er dem Kunſtler 11nur mit Gelde und einer goldnen Gnadenkette beſchenkte, ſondern auch ſagen ließ/ihn Tizian nicht beſſer getroffen haͤtte. Fuͤr den Churfuͤrſten von Bayern muſteauch viele Gemaͤlde verfertigen. Sein Bildniß auf der Platte v. iſt nach einer voihm ſelbſt gemachten Zeichnung copirt. Er ſtarb um das Jahr 15 50. zu Augſpurg.
35. Lambert, Friedrich, und Johann Suſter.
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* Lambert, Friedrich, und Johann Suſter waren drey Bruͤder, die ſich zu Miu90 N. chen aufhielten, nachdem ſie aus der Schule von Chriſtoph Schwarz kamen. 10 0
erſte zeigte ſich als ein geiſtreicher Geſchichtmaler; Friedrich und Johann legten
hauptſächlich auf das Miniaturmalen. Bey dem Vaſari findet ſich ein FrierSuſter oder Suſtris mit dem Nahmen Lamberto, oder Fiamingo, der aus Amiſterdaggebuͤrtig war, und wegen ſeiner Geſchicklichkeit Anno 1564. an des Michael Ange
Buonaroti Leichengeruͤſte arbeiten muſte. Dieſer ward nachgehends ChurfürſtlHofmaler in Munchen, und ſtarb daſeloſt. Die Sadeter ſtachen nach ihm in Kurde-(ſiehe Bottari in den Amerkungen uͤber den Vaſari D 3. p. 480) In den nedlaͤndiſchen Malerbuͤchern findet man nichts von ihm. Dieſer Nachricht zufolge könn
Friedrich Suſter, der 1564. in Florenz gebohren war, kein Schuͤler von Schwarwelcher 15 50. gebohren iſt, ſeyn. Siehe Fuͤßli Kuͤnſtlerlexicon. Des Lambertu
e(Lombardus) Bildniß findet man auf der Platte N. N.N 36. Peter Candido.
1100 Peter Candido wurde zu Bruͤgge in Flandern um das Jahr 1548. geboren,ſein eigentlicher Geſchlechtsnahme war de Witte: er nannte ſich aber in Italien 7 5dido, wie aus den daſelbſt nach ihm geſtochenen Blaͤttern erhellet. Er war em gu ſeFreſco und Oelfarbenmaler, und arbeitete mit dem Vaſari in dem paͤbſtlichen 7 mzu Rom: fuͤr den Grosherzog von Florenz machte er Cartons zu Tapeten, und 5endlich in die Dienſte des Churfuͤrſtens von Bayern, fuͤr den er etliche Zimmer des 5erbauten Reſidenzſchloſſes ausmalen muſte. Die Sadeler haben viel nach ihm 9,chen, worunter die vier Kirchenlehrer, und die Eremiten gehoͤren. Siehe DescamT. I. p. 203. Er ſtarb zu Muͤnchen.
37. Matthaͤus Gruͤnwald von Aſchaffenburg. 10Platte v. Matthäus Grunwald, wird auch oft Matthaͤus vom Aſchaffenburg genannt a.und x. x gehört zu den beſten Meiſtern der alten Zeit: es iſt nur zu bedauern, daß man 0 kene