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Siebender Band.
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230
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Platte 2. Liens von Leyden, der den Beynahmen von ſeiner Vaterſtadt bekam, wo er

230 Kap. 6. Von Lucas von Leyden,

den damaligen Kriegsunruhen, bald Maler bald Koch war. Er beſaß eine nicht ge-meine Geſchicklichkeit im malen, und begab ſich zuletzt zu Koͤnig Heinrich III. naEngland, wo er vermuthlich geſtorben iſt.

40. Bernhard von Bruͤſel.

Bernhard, oder nach der hollaͤndiſchen Ausſprache Brent von Bruͤſſel/ hießmit ſeinem eigentlichen Geſchlechtsnahmen van Orley. Sein Geburtsjahr iſt unbe-kannt, er machte ſich aber fruͤhzeitig auf den Weg nach Italien, und gieng zu Rasphaeln in die Schule. Unter dieſem Lehrer arbeitete er an groſſen Gemaͤlden ungewohnte ſich dadurch an eine edle Manier zu malen. Nach ſeiner Zuruͤckkunft verfertigte er fuͤr Carl V. groſſe Jagdſtuͤcke, die ihm theuer bezahlt wurden. Unterandern ſtellte er den Kaiſer nebſt ſeiner ganzen Hofſtaat auf der Jagd in dem Waldezu Soignies vor, nach welchem Bilde viele Tapeten gewuͤrkt wurden. Zu Antwer-pen malte er das juͤngſte Gericht, und ließ den Grund dazu uͤbergolden, welches demHimmel einen gewiſſen Schein giebt, der ſich vortreflich ausnimmt. Fuͤr die aler-geſellſchaft zu Mecheln machte er den Evangeliſten Lucas, der die Maria abmalt;? un 4fuͤr den Prinzen von Oranien ſechzehn groſſe Cartons zu Tapeten, davon die Zeich;nung ſehr richtig, und der raphaeliſchen Schule wuͤrdig war. Der Prinz hielte ſieſo hoch, daß er ſie von Hans Jordans in Oelfarbe copiren ließ. Sonſt hat el fviele vornehme Herrn gemalt, und inſonderheit Zeichnungen zu Tapeten geliefertweil man ihm darinn eine beſondre Geſchicklichkeit zutrauete. Allem Vermuthen naciſt er zu Bruͤſſel geſtorben: das Jahr ſeines Todes laͤßt ſich aber nicht mit Gewiß-heit beſtimmen.

Das 6. Kapitel.

Von Lucas von Leyden, und andern niederländischen Malernaus derſelben Zeit. a

41. Lucas von Leyden.

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Welt im Jahr 1494. erblickte, iſt ein Beyſpiel eines Künstlers, beyſich gleich in den erſten Jahren zeigte, daß die Natur ihn zum Maler beſtimmt d.Sein Vater Hugo Jacob, kein ungeſchickter Meiſter, gab ihm den erſten Unterricht/und obgedachter Cornelius Engelbrecht brachte ihm die weitern Gruͤnde bey. E 0in der zarten Jugend mogte er mit nichts als Kohlen, Kreide, und Pinſeln ſpielen,als Knabe ſaß er beſtaͤndig und zeichnete mit ſolchem anhaltenden Fleiſſe bis inNacht, daß ihn die Mutter durch Zwang davon abhalten muſte. Was er nut, ſahe-Menſchen, Thiere, Landſchaften, alles zeichnete er nach: er malte bald auf G 1bald mit Waſſer oder Leim und Oelfarben, alles gelung ihm. Im neunken Jahrsätzte er ſchon in Kupfer. Im zwoͤlften Jahre malte er zum Erſtaunen aller die es 15hen, die Geſchichte des heiligen Huberts, welche ihm mit ſo viel Goldſtuͤcken bezah bwurden als er Jahre hatte: im vierzehnten ſtach er den Mahomet, welcher eineMönch ermordet; im folgenden verſchiedne Geſchichte der Paßion, und vornämteeine ſchoͤne Bekehrung Pauli. Vaſari rühmt ſolche ungemein, und ſetzt ſeine upfe 1ſtiche uͤber Duͤrers Arbeit. Er wuſte ſeinen Koͤpfen angenehme Mienen, und den 0guren gute Gewänder zu geben. Die ganze Compoſition zeigte, daß er ordentliund nach den Regeln der Kunſt verfuhr, und in ſeinen Landschaften nimmt man Sobeſſere Haltung und Anwendung der Perſpektiv wahr, als in Duͤrers Werken. 5urtheilte Vaſari, und ſo urtheilen die meiſten Kenner, wenn ſie die Sacheg 110

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