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232 Kap. 6. Von Lucas von Leyden,

verſchied er im Jahr 1833. Dieſer groſſe Künſtler ward alſo der Kunſt ſehr frühezeitig, nemlich im 39. Jahr entriſſen. Ein paar Tage vor ſeinem Abſterben, 1 9ihm von ſeiner einzigen Tochter ein Enkel gebohren; und wie man ihm ſagte, daß 1in der Tauffe den Nahmen Lucas empfangen wuͤrde, gab er mit Widerwillen zur Ant-wort: Er ſaͤhe wohl, daß man ihn loß ſeyn wollte, weil man ſchon fuͤr einen an erſorgte. Dieſer Lucas Dames ward ein guter Maler, und ſtarb 1604. in einem

von 71. Jahren.

42. Qu intin Meſſis. 15Quintin Meſſis, zuweilen auch der Schmidt von Antwerpen genannt, war a

Platte Z. dieſer Stadt gebuͤrtig, und trieb bis in ſein zwanzigſtes Jahr das Schmiedehandwerk.

Als er in eine ſchwere Krankheit fiel, und die harte Arbeit nicht fortſetzen konnte, 500gleich aber ſeiner armen Mutter nicht zur Laſt fallen wollte, ſo zeigte ihm die 15wozu er eigentlich von der Natur beſtimmt war. Bey Gelegenheit einer gewiſſ-Proceßion bekam er einige Heiligen Bilder in Holzſchnitt zu ſehen, und verſuchte 4nachzumachen. Es gelung, und ſein angebohrnes Genie half ihm dergeſtalt, dab!in kurzer Zeit ein geſchickter Meiſter ward. f

Nach andrer Meinung verliebte er ſich in ein Maͤdgen, und dieſe ſagt malhabe ihn nicht als Schmidt heyrathen wollen, ſondern ſich lieber einen Maler 5Manne gewuͤnſcht: und der zu gefallen, ſey er ein Maler geworden. In der uſetreflichen Sammlung der von den Meiſtern eigenhändig gemachten Malerbildniſſewelche einen ganzen Saal der Grosherzoglichen Gallerie zu Florenz anfüͤllt, ſieht mades Meſſis und ſeiner Frauen Bildnis von ihm ſelbſt gemahlt mit der Unterſchrift:

Connubialis amor e mulcibre fecit Apellem.

welches die letzte Nachricht beſtaͤtiget. Man kann aber beyde Erzehlungen ſehr bemac,miteinander vereinigen, wenn man annimmt, daß Meſſis erſtlich durch eine 15te Krankheit zur Verlaſſung ſeines Handwerks gezwungen worden, und daß die

be ihn nachgehends zur Malerey beſtimmt habe.

Seine Arbeiten wurden geſchaͤzt. Er nahm eine fleißige, zugleich kraͤftige 1nier an, die aber etwas trocken und ſteif ausſahe. Fuͤr ſein beruͤhmteſtes Gemal 5hielte man eine Abnehmung vom Kreuze in der Frauenkirche zu Antwerpen; daneder Ausdruck in dem Geſichte der Maria und der Umſtehenden wohl gewäßlt 1In den Kriegsunruhen nahmen es die Tiſchler, fuͤr deren Zunft es gemacht eheraus, weil der Koͤnig von Spanien ſehr darnach trachtete, und in folgenden Zei 8kaufte es der Rath von Antwerpen um 1500. Gulden an ſich. Im Bildnißmalen 1dieſer Kuͤnſtler ſehr gluͤcklich, und uͤberhaupt in allem, was er nach dem Leben mach 5Man muß ſich daruber deſto mehr verwundern, da er nie einen Lehrmeister geha or-Seine Werke, deren er eine Menge nachgelaſſen, ſind in vielen Orten zerſtreuet 15den. Er hinterließ einen Sohn, Johannes, der auch ein Maler ward, und ſei 9.Vaters Manier folgte. Meſſis war um das Jahr 1450. gebohren, und ſtarb 152Man machte folgende Verſe auf ſeinen veraͤnderten Stand.

Ante faber fueram Cyclopeus, aſt ubi mecumEx aequo pictor coepit amare procus,Seque graves tuditum tonitrus poſtferre ſilenti

Peniculo, abiecit cauta puella mihi;pictorem