und Zans Solbein. 239
i beſondern Abtheilungen gezeigt hat, daß der Tod keinen Stand, weder Kaiſer nochonige, weder Reiche noch Arme, weder Alte noch Kinder, ſchone. Hollar hat ſel-
ngen ſehr ſchoͤn auf 30 Blattern in Kupfer geſtochen. Man ſieht ferner von ihm
m Baſel, den vom Kreuze abgenommenen Leichnam des Heylandes, die Bidniſſe
ſeiner Frau und Kinder, und ſein eignes, nebſt vielen Handzeichnungen, welche derath zu Baſel beſitzt, und zum Andenken des Kuͤnſtlers ſorgfaͤltig aufbewahret.
ſti Holbein iſt nie in Italien geweſen. Der beruͤhmte Erasmus von Rotterdamliatete eine genaue Freundſchaft wahrend ſeines Ailfenthaltes in Baſel mit ihm, und
leß ſich abmalen. Das Portrait fiel ſo gut aus, daß Erasmus dem Kuͤnſtler den10 gab, ſein Gluͤck in England zu ſuchen, zumal da es eine bequeme Gelegenheit
are, ſich von ſeiner zankſuͤchtigen Frau zu entfernen. Dies ſchien fuͤr den Holbeinme erwuͤnſchte Ausſicht.
Erasmus schickte ſein von dem Kuͤnſtler gemaltes Bildniß, nebſt einem Em-ugsſchreiben an den engliſchen Kanzler Thomas Morus. Das war genug, umlünen freyen Zutritt bey dieſem Freunde der Kunſt zu erhalten. Morus beſchäf-in ein paar Jahre, ohne dem Könige etwas davon zu ſagen, aus Furcht,Lr ließ ate nachher einen ſo geſchickten Pinſel blos zu ſeinem Gebrauche verlangen.* ließ ein groſſes Familienſtüͤck, und noch viele andre Stucke verfertigen, und wiedie faumehr ſein Verlangen geſättigt hatte, lud er den König zu ſich, und zeigte ihm11 ammtlichen Stuͤcke. Heinrich VIII. bezeugte ein groſſes Vergnügen daruber, undee das Geſcheuk, als Morus ſie ihm anbot, anfangs mit Dank an; wie er abere Medaß der Kuͤnſtler noch da wäre, gab er ſie wieder zurück, und ſagte: wenner Meiſter ſelbſt zu bekommen iſt, ſo kann ich ſchon meine Liebhaberey befriedigen.
pfehlugleich
Von der Zeit an vermehrte ſich die Gewogenheit des Koͤnigs gegen den Kuͤnſt-
Er ließ eine Menge Bildniſſe durch ihn malen, und beſuchte ihn oft bey
eyn: gent“, Ein Beweis von der Gnade des Koͤnigs mag folgende Begebenheitſich ei Als Holbein einſt eine Dame, die allein zu ſeyn begehrte, abſchilderte, wollte91 gewiſſer Graf ins Zimmer dringen. Der Maler ſuchte ihn erſt mit gutenſſeng, w abzuhalten, als dieſer aber auf ſeinem Vorſatz beharrete, und zu zanken an-r J, ward Holbein hitzig, und ſchmiß den Grafen die Treppe hinunter. WahrendFeit, daß ſeine Leute mit Verbindung des Grafen beſchaͤftigt waren, verriegelteThuͤr, ſtieg zum Fenſter hinaus, und eilte zum Koͤnige, um demſelben Nach-
nugtg on der Sache zu geben. Kurz darauf kam der Graf auch, und verlangte Ge-la ſen ung. Der König, welcher den Holbein unterdeſſen in ein Nebenzimmer tretenwol stellte dem Grafen ſein Unrecht vor; und wie dieſer ſich verlauten ließ, erGras ſich ſchon ſelbſt Recht verschaffen, ward er zornig, und ſetzte hinzu: Weil derſelbſt einen ſchuldigen Reſpekt aus den Augen geſetzt, ſo haͤtte er nunmehr mit ihmHolbe thun, er befehle ihm ausdrücklich, die Sache dabey bewenden zu laſſen, undBa un kein Leid zuzufügen: denn er(der Koͤnig) könne in einem Tage aus ſiebenbern eben ſo viele Grafen, aber aus ſieben Grafen keinen einzigen Holbein machen.
der d Auſſer den vielen Bildniſſen von der königlichen Familie hat er in dem Saalſteher 5 arzte zu Londen ein groſſes hiſtoriſches Gemaͤlde verfertigt, wie der Vor-Pribil zeler Geſellſchaft, aus den Händen des Koͤnigs, der auf dem Thron ſitzt, dieVerke den und koͤniglichen Begnadigungen empfaͤngt. Es iſt eines ſeiner ſchoͤnſtenar sel, das er aber, wie einige meynen, ſelbſt nicht ganz zu Stande gebracht hat. Eror ſehr fleißig, und hat eine Menge von Zeichnungen fuͤr Goldſchmiede,*1