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PlatteAA.

aber nachgehends nach Baſel, wo ihm der juͤngere Hans Holbein im Jahr 14855

238 Kap. 7. Lambertus Lombardus, Lucas Gaſſel,

und Guarienti gar drey, indem er ihn in dreyen verſchiednen Artikeln Lombardo,Suſter, und Tedeſco nennt. Durch einen langen Aufenthalt in Italien verbeſſerte erſeine Manier, und trug nach der Zuruͤckkunft viel zur Ausbreitung eines beſſern, 1durch die Antiken gereinigten Geſchmacks bey. Man ſieht in ſeinen Werken woh ggewahlte Stellungen, gute Anordnungen, und einen der Natur gemaͤſſen AusdrucBey der Erfindung der Gemälde kamen ihm ſeine gelehrten Kenntniſſe, und das poestiſche Genie gluͤcklich zu ſtatten. Unter den vielen von ihm verfertigten Kupferſtichelverdient das heilige Abendmahl vorzuͤglich angezeigt zu werden. Er war auch einguter Baumeiſter, und in der Perſpektiv erfahren. Einige Schriftſteller ma 00ihn zu des Tizians, andre zu des Andreas del Sarto Schuͤler. Nach der Zuruͤckkunin ſein Vaterland hat er einige gute Lehrlinge, als den Franz Floris, Wilhelm Keye-und Hubert Golzius gezogen. Lezterer gab nach des Lehrmeiſters Abſterben ſeinLebensbeſchreibung heraus. Das Jahr ſeines Todes iſt unbekannt, ſo viel aber ge-wiß, daß er noch um das Jahr 15 50. in groſſem Anſehen geſtanden.

54. Lucas Gaſſel.

Die Niederlaͤnder haben vom Anfange der Wiederherſtellung der Kuͤnſte mehrgeſchickte Meiſter in Landſchaften aufzuweiſen gehabt, als die Italiener. Die Lez-kern räumen ihnen dieſes ſelbſt ein, behaupten ſtatt deſſen aber den Vorzug in hiſtor!?ſchen Gemaͤlden. Es ſcheint als wenn der beſtaͤndige Anblick der Antiken, ihre Ge,danken gleichſam erhebe, und ſie zu Ausfuͤhrung groſſer Werke tuͤchtig mache, dahilgegen die Niederlaͤnder, einige trefliche Kuͤnſtler ausgenommen, wenn ſie ja Figuenmalen, mehr kleine Gegenſtaͤnde, und Staffeleygemaͤlde von eignen Einfaͤllen, oderCaprizen, verfertigen, als daß ſie ſich an edlere Vorwuͤrfe im Groſſen wagen ſolſten.Inzwiſchen beſitzen ſie in der fleißigen und angenehmen Ausfuhrung der Landschaftenein beſonderes Talent. Unter dieſe Anzahl gehoͤrt auch Lucas Gaſſel von Helmone-der unter dem Nahmen von Helmont am bekannteſten iſt. Er war ein ſehr geschickter Landſchaftmaler, weswegen ſein Freund Lampſonius, Secretair des Biſchofs vLüttich, ein groſſer Liebhaber der Kunſt, ihm zu Ehren einige Gedichte gemacht hat,7110 12 Lebensumſtanden, dem Geburts- und Sterbejahre dieſes Meiſters iſt ni

55. Hans Holbein.

Der Vater dieſes beruͤhmten Kuͤnſtlers hieß auch Hans Holbein, und wirdzum Unterſchiede, der aͤltere genannt. Er war Buͤrger 8 Augſpurg, wandte 1

gebohren wurde. Daß der Vater ein Augſpurger geweſen, beweiſt deſſen, unBruders Bildniß, der auch ein Maler war, beyde 155 15 1 905 Halben im Jah1512. gemalt. Siehe die Platte AA, wo auch des juͤngern Portrait anzutreffen u,Man findet von dem Vater im St. Catharinen Kloſter zu Augſpurg eine fleißig 95malte Verkuͤndigung der Maria, dabey man lieſet: Praeſens opus complevit Johan-nes Holbein civis Auguſtanus: und auf einem andern Bilde Hans Holbein 1499.

Nachdem der junge Holbein die Kunſt bey dem Vater erlernt hatte, fenggar bald an ſich hervor zu thun. Er malte auf dem Rathhauſe zu Babel die zaſion in acht Stuͤcken, und zeigte darinn nicht nur ein gutes Kolorit, und eine vertudige Vertheilung von Licht und Schatten, ſondern auch viel Erfindung und Aus eDer Churfuͤrſt von Bayern Maximilian, hat im Jahr 1644. groſſes Geld dafür g,

boten. Auf dem daſigen Fiſchmarkte bemerkt man ferner einen Todtentanz, und derden Waͤnden des Kirchhofs der Peterskirche den beruͤhmten Todtentanz, worin in