288 Rap. 16. Von Rubens, Uffenbach, Elzheimer,
glauben, Rubens habe auf dem andern Fluͤgel des Pallaſtes ein aͤhnliches Werk unter-nehmen, und das Leben Heinrichs IV. in einer eben ſo langen Gallerie allegoriſch vol-ſtellen ſollen. Das Projekt iſt aber ins Stecken gerathen, inzwiſchen zeigt man in elnigen Kabinetten Skizzen davon.
Rubens, der in der Kunſt den hoͤchſten Gipfel der Ehre erreicht hatte, erwarbſich durch ſeine politiſchen Einſichten einen eben ſo groſſen Rahmen. Der lange Aufenthalt an verſchiednen Hoͤfen machte ihn in dieſem Stuͤcke ſehr brauchbar. Die Ju;fantin Iſabelle lernte in verſchiednen geheimen Unterredungen unſers Kuͤnſtlers Eiſichten in das Staatsintereſſe der Niederlande kennen, und hielt ihn fuͤr geſchicktdem Könige von Spanien die beſten Nachrichten von dem wahren Zuſtande derſelbe
geben zu koͤnnen. Er wurde alſo mit den noͤthigen Verhaltungsbefehlen nach Mad
geſchickt, und richtete ſeinen Auftrag in verſchiednen Audienzen bey dem Koͤnige undden erſten Miniſtern, mit ſolcher Klugheit aus, daß man nicht nur mit ihm hoͤchſt zu-frieden war, ſondern auch ſeinen Rath wegen Einrichtung mancher Dinge verlangteund die gethanen Vorſchlaͤge wuͤrklich ausfuͤhrte. Bey dieſen wichtigen Geſchäftenblieb die Kunſt nicht liegen. Er malte ſowohl fuͤr den Koͤnig als den Hof Bildli gund andre Gemaͤlde, kopirte auch verſchiedne Stuͤcke nach Tizian. Der Koͤnig begeg-nete ihm mit beſondrer Achtung, ſchenkte ihm einen koſtbaren Ring, einen Zug 1ſechs ſchoͤnen Pferden, und ließ ein Diplom ausfertigen, wodurch er die Stelle eine
8 Staatsrath, und fuͤr ſeinen Sohn die Anwartſchaft darauf nach ſeinem
ode erhielt.
5 Nach der Zuruͤckkunft ſchickte ihn die Infantin aufs neue, unter dem Vorwandeſeiner eignen Geſchaͤfte, nach Holland, die geheime Urſache war aber, den vereinigteNiederlanden einen Waffenſtillſtand anzubieten. Er hatte die groͤßte Hofnung ſeintZweck zu erreichen, allein der Tod des Prinzen Moritz von Naſſau machte das ganVorhaben auf einmal ruͤckgaͤngig.
Man gerieth am ſpaniſchen Hofe auf den Einfall, daß Rubens wegen ſeinegenauen Freundſchaft mit dem Herzoge von Bukingham, vielleicht im Stande warden engliſchen Hof auf friedfertige Gedanken zu bringen. Der Koͤnig von Span.trug ihm alſo dieſes Geſchaͤfte auf, jedoch mit der ausdruͤcklichen Bedingung/ Vol 1die Geſinnungen des londner Hofes zu unterſuchen. Rubens gieng dieſem Befehle 5folge nach London, und machte ſich gleich bey dem Koͤnige, der ein groſſer Fre gender Malerey war, beliebt. Nach einigen mit dem Koͤnige gehabten Unterredung,lenkte er ſolche auf den Frieden, und ließ ſich merken, daß man in Spanien ni t a 5geneigt dazu waͤre. Der Koͤnig erwiederte, daß er den Frieden gleichfalls wuͤnſchteund fragte, ob er den Auftrag dazu haͤtte? Rubens zog darauf ſeine BeglaubigungBriefe aus der Taſche, und brachte in kurzer Zeit die Sache im Jahr 1830. nach deWunſche beyder Hoͤfe zu Stande. Koͤnig Carl J. ſchickte ihm einen koſtbaren Ring,den Ritterorden, den koſtbaren Degen, womit er ihm zum Ritter ſchlug, und noch aldere Koſtbarkeiten.
Bey dem oftern Aufenthalt in Madrit errichtete Rubens eine vertraute Freunſchaft mit dem beruͤhmten ſpaniſchen Maler Velaſquez. Nach der Zuruͤckkunft in 0Niederlande heyrathete er zum andernmale eine ſehr ſchone Perſon, Helena Formal!die er in vielen von ſeinen hiſtoriſchen Stuͤcken abgeſchildert hat.
Als die Koͤnigin von Frankreich, Maria von Medicis, ſich genothiget ſahe, Frareich zu meiden, und eine zeitlang in Brüſſel zu leben, 1 Rubens ihr auf Beh