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290 Kap. 16. Von Rubens, Uffenbach, Elzheimer,

Leichtigkeit, man ſieht daher ſeiner Manier nichts aͤngſtliches oder ſtudirtes an. Seilherrliches Kolorit hatte er durch das fleißige ſtudiren nach Tizian in Venedig und M gdrit angenommen, und die Italiener in der Wuͤrkung des Helldunklen beynahe uͤbel-troffen. Was beſaß Rubens nicht fuͤr ein allgemeines Genie? Es war ihm einerleh/ob er ein Bildniß, eine Landſchaft, oder Geſchichte, Thiere oder Früchte malte: dl“les ward meiſterhaft ausgeführt. Wie reich an Erfindung und Anordnung ſind nichſeine hiſtoriſchen Gemaͤlde? Wie gluͤcklich die Allegorie angebracht, und das Koſtunbeobachtet? Man wirft ihm freylich mit Grunde vor, daß ſeine Formen nicht edelgenug ſind, und daß er die Zeichnung nicht allemal aufs ſtrengſte beobachtet hat; 0beſttzt aber ſonſt ſo viel wichtige Theile der Malerey, daß man ihm in Ansehung dieſesJune 5 Nachſicht wiederfahren laſſen kann. Das Bildniß des Rubens zeigt die0 5 5

. 127. Philipp Uffenbach.

hilipp Uffenbach gehoͤrt unter die guten deutſchen Meiſter. Er war ausFrankfurt am Mayn gebuͤrtig. Seine Eltern führten ihn zur 3 an, und ſchicktenihn zu Tobias Grimmer in die Schule. Er legte ſich auf hiſtoriſche Gemaͤlde, unfuͤhrte ſie in einem altdeutſchen Geſchmack aus. Unter ſeine beſten Stücke gehort eineHimmelfahrt Chriſti in der Predigerkirche zu Frankfurt. Den groſſen Thurm auf 1Bruͤcke hat er mit artigen Gemaͤlden ausgeziert, und ſonſt hin und wieder einesNahmens Gedächtniß daſeloſt geſtiftet. Er legte ſſch auf viele andre Dinge ugandern auch aufs Goldmachen, ſchrieb Buͤcher, verfertigte geiſtliche Emblemen.der Geometrie, Perſpektiv, und Anatomie war er ſehr erfahren. Weil er ſich in dedamaligen buͤrgerlichen Unruhen miſchte, ſo verlor er die Liebe und Achtung der 1

ſchaffengeſinnten Mitbuͤrger. Er lebte daher in den letzten Jahren ſehr eingezog 10und ſtarb um 1640, ohne daß man ſein Alter gewiß beſtimmen kann. Man wür

ihn noch weniger kennen, wenn er nicht des nachfolgenden Adam Elzheimers Lehrme

ſter geweſen.

128. Adam Elzheimer.

Adam Elzheimer, der ‚˖ 8

Platte N er, auch oft von ſeinem Geburtsorte von 1

. E. genannt wird, war eines Schneiders 19 und 8 8 Der 1ter merkte des Sohnes auſſerordentliche Neigung zum Zeichnen gar bald, und über,ihn deswegen dem obgedachten Philipp Uffenbach zur Unterweiſung. ElzheimerGenie hob ihn in kurzer Zeit uͤber ſeines Lehrmeiſters Kunſt; und weil er ſahe/ daß 5von demſelben nichts mehr lernen konnte, ſo gieng er zu mehrerer Ausbildung eine,1 Rom. e fand er an Peter Laſtmann, Johann Pine e

5 homann von Lindau gute Fr ich lehrbegieri

die mit ihm in die Wette eiferten. 33

Elzheimer waͤhlte ſich eine Manier im Kleinen, die aber ſehr ausfuhrlich wat.3 ihn als den erſten und vornehmſten Maler in dieſer Art, unter denebenden anſehen. Er gieng fleißig umher, zeichnete alles genau ab, und vereine Menge von Studien, davon er in der Folge einen ſehr guten Gebrauch zu tchen wuſte. In allen ſeinen Werken ſieht man, daß er nach der Natur gearbeitel.Dazu kam ihm ſein glückliches Gedaͤchtniß ungemein zu ſtatten; wenn er eine Sache 6einmal ſahe, ſo praͤgte er ſie ſich ſo feſt ein, daß das Gemälde davon nachgehenſehr aͤhnlich ward. So malte er zum Exempel die vor den Thoren von Rom auf 5 iangenehmen Huͤgel liegende Vila Madama ſehr genau aus dem Gedachtniſſe z kenLage, die Formen der Baume, die kleinen Anhoͤhen, das Gebüſche, kurß ie kleſten Gegenſtaͤnde waren richtig und an gehoͤrigem Orte angebracht. Wenn

Frankfurt