und Thoman von Sagelſtein. 291
Wenn die Arbeiten dieſes Meiſters das Gluͤck gehabt haͤtten bey ſeinem Lebenſo viel Liebhaber zu finden, und zu ſo auſſerordentlichen Preiſen bezahlt zu werden,als nach ſeinem Tode ſo wuͤrden ſie ihn reichlich ernaͤhrt haben. Der Fleiß und dieSorgfalt, die er auf ihre Ausfuͤhrung wandte, koſtete ihm viel Zeit, daher die Beloh-nung, die er fuͤr ſeine unverdroßne Muͤhe erhielte, kaum zureichte, ihn wahrend dereit zu erhalten, daß er wieder ein neues liefern konnte. Seine Freunde riethen ihmeine hurtigere Manier zu waͤhlen, um mehr zu verdienen, allein er hatte ſich zu ſehr9 einmal angenommene Manier verliebt, daß er nicht wieder davon ablaſſen8 a
So lange Elzheimer im ledigen Stande lebte reichte ſein Verdienſt zu, als eraber eine junge Roͤmerin heyrathete, die ihm viele Kinder gebar, gerieth er in duͤrftigeande, und war nicht vermoͤgend ſeine zahlreiche Familie zu ernehren. Diesmachte ihn traurig und niedergeſchlagen. Er entfernte ſich von aller Geſellſchaft,ite einſam unter den alten Ruinen und Graͤbern in der Gegend von Rom herum,und zeichnete ſolche ab. Die finſtern Gedanken verbreiteten ſich uͤber ſeine Gemaͤlde,ie ein dunkles trauriges Kolorit erhielten. Der Pabſt Paul V. nahm ſich zwar desunſtlers an, gab ihm freye Wohnung, und einen gewiſſen Vorrath von Wein undrod, allein dem ungeachtet gerieth er in ſolche Schulden, daß die Glaͤubiger ihn inVerhaft nehmen lieſſen. Rubens und andre Freunde unterſtuͤtzten ihn zwar ſo vieldies ich, und verſchaften ihm zu wiederholten malen die Freyheit wieder; allein allesleſes war nicht vermoͤgend, ihn ruhig und zufrieden zu machen. Er ſtarb vor Kummerram zu Rom 1620. im 46. Jahre.
Elzheimer ſtund wegen ſeiner Kunſt in Italien in groſſem Anſehen, die Aka-0 le von St. 115 ohm ibn mit vieler Achtung auf, und ließ ſein Bildniß in ihremFrelumlungsſaale aufhaͤngen. Der Graf Goudt hielte ſich lange in Rom, als einagg und unſers Künſtlers auf, ſchoß ihm Geld vor, bezahlte ihm die Gemälde theurers andre. Er hat in ſeinen Kupferſtichen Elzheimers Manier gluͤcklich nachzuahmenf ußt. Seine ſieben nach dieſem Meiſter geſtochenen Blaͤtter ſind ſehr ſelten bey-ummen anzutreffen, und werden von den Liebhabern begierig aufgeſucht. Das Ori-dinalgemälde von dem einen, welches die Ceres vorſtellt, wie ſie ein Kind in eine Ei-0 re verwandelt, hat Houbraken, wie er uns berichtet, in Holland mit 900. GuldenMa len ſehen, woraus man zugleich abnehmen kann, wie viel die Hollander auf dieſeseiſters Arbeit halten. Auſſer dem Grafen Goudt haben Hollar, Magdalena vonPas, Soutmann, die Sadeler und andre nach ihm Kupferſtiche herausgegeben.
Elzheimer hinterließ ein paar Sohne, die in ſeiner Manier arbeiteten. Dieſett der Malerey fand in 15 50 Zeiten uͤberhaupt viele Kuͤnſtler, die ihr nach-duahmen ſuchten. Unter allen Schuͤlern von Elzheimer iſt keiner beruͤhmter geworden,als Jakob Ernſt Thoman von Hagelſtein aus Lindau gebuͤrtig, weil er ſeines Meiſtersganze Manier ſo vollkommen annahm, daß die Kenner ſelbſt darinne betrogen wurden,
und noch heutiges Tages manches Bild von ihm fuͤr ein Original von Elzheimern aus-gegeben wird.
6, Seine vornehmſten Gemaͤlde ſind, der junge Tobias mit dem Engel; Latonait ihren Kindern, 1110 den in Froͤſche verwandelten Bauern; Cephalus der ſeine ver-Fundete Procris verbinden willz der heülge Laurentuus auf zweyerley Art. Einewärt nach Egypten, wo man in der Entfernung einige Hirten ſich beym Feuerſen Nn ſieht, und Joſeph der mit der Fackel den e e 1 2 5 N ſchoͤn-
achtſtuͤcke di B emalt hat, und vom Grafen Goudt geſtochen.hiſtuͤcke die Elzheimer gemalt hat, u 52 129. Ja-