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Siebender Band.
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306 Kap. 18. Von Gerhard Sonthorſt

ris, und dachte den Auftrag zur Gallerie im Louvre dort zu erhalten. Die Abſicht

mißlung aber, deswegen kehrte er wieder nach Londen zuruͤck. Seine Frau ge aht

ihm eine Tochter, die er aber durch einen fruͤhzeitigen Tod verlohr. Er ſelbſt folgte

ihr bald nach, denn das Podagra ſetzte ihm ſo zu, daß er 1641. im 42. Jahre daran

ſterben muſte. Wie ungerne der Koͤnig ihn verlohren, kann man daraus ſchlieſſen,

e e Leibarzte 300. Guineen verſprach, wenn er dem Kuͤnſtler das Leben erbene.

Aus der erſtaunlichen Menge ſeiner Portraͤts folgt nothwendig, daß van Dykmit anhaltendem Fleiſſe, und einer überaus leichten Hand gearbeitet haben mEr fieng gemeiniglich des Morgens ein Portraͤt an, behielte die abzumalende erſonzu Tiſche, und endigte das Gemälde nach Tiſche. Inzwiſchen iſt nicht zu laugedaß die letzten Arbeiten ein weit nachlaͤßigeres Anſehen haben, als die erſten. Ma 4machte ihm deswegen zuweilen Vorwürfe, und er entſchuldigte ſich damit, daß el 7Anfange fuͤr die Ehre, und um ſich erſt in Anſehen zu bringen, gearbeitet haͤtte/ nunmehr aber ſeinen Lebensunterhalt zu verdienen ſuche. Van Dyck uͤbertraf ſelLehrmeiſter in den Bildniſſen, denen er ein vortrefliches Kolorit, eine Wahrheit/eine Aehnlichkeit zu geben wußte, daß man daruͤber erſtaunte. Hingegen iſtſtärker in hiſtoriſchen Gemälden, ob gleich van Dyck in der Verſchmelzung deben, und in dem feinen Pinſel den Vorzug behalt. Vielleicht wäre er auch ſe 9Lehrmeiſter in der Zuſammenſetzung, in der ſchoͤnen Anordnung und Ausfühe ggleich gekommen, wenn er ſich mehr auf die Vorſtellung der Geſchichte als auf Bi

niſſe gelegt haͤte. An den Johann de Reyn hat er einen vortreflichen Schuͤler geDieſer kommt ihm in den Koͤpfen und der Behandlung der Farben ſehr nahe: vie abener Koͤpfe werden fuͤr van Dyck ausgegeben. Die Kupferſtecher des Rubens ha

auch nach van Dyck ſchoͤne Blaͤtter geliefert.

149. Adrian Brouwer.

Adrian Brouwer wurde nach den glaubwuͤrdigſten Nachri arl

Platte i glaubwuͤrdigſten Nachrichten zu

0.0, gebohren, wiewohl andre Oudengerde als ſeinen 5 5 er l 3armen Eltern, und genoß daher eine schlechte Erziehung. Die Mutter was aulStickern; er ſahe von ihr das Blumenzeichnen auf der Leinwand, bekam a 1775dazu, und ward in kurzer Zeit ſo geuͤbt, daß Franz Hals, der von ohngefehr und

der Bude der Mutter vorbey gieng, und ihn arbeiten ſahe, uͤber ſeine hurtig ou-

feſte Hand erſtaunte. Hals that ihm den Vorſchlag, Maler zu werden, den? zie

wer mit Freuden annahm, und gleich mit Einwilligung der Mutter zu ihm!

Schule gieng.

Pier entwickelten ſich ſeine Talente in kurzer Zeit. Er ſieng an, ſeinem Meiein eintraͤglicher Schuͤler zu werden. Dieſer begegnete ihm aber auf keine gro 55thige Art, denn er muſte ſich faſt zu tode arbeiten, weil ſeine Malerey viele.haber fand; er ward zur Dankbarkeit eingeſchloſſen, erhielte nur halb ſatt du eler 5und ſahe ſich genoͤthiget in zerriſſenen Kleidern zu gehen. Die andern Schu abinſonderheit Adrian von Oſtade, hatten Mitleiden mit Brouwern, und letzterer 11ihm den Rath aus dieſer Sklaverey zu entwichen. Er that es, ward a er neneinem Freunde des Hals entdeckt, der ihn beredete aufs neue wieder zu fleMeiſter zu gehen, mit dem Verſprechen, ihm eine beſſere Bezeigung und ne ihmder zu verſchaffen. Brouwer ließ ſich dadurch bewegen, und Hals begegnete 55auch Anfangs etwas gefaͤllger, allein er muſte bald eben ſo ſklaviſch wieder ar 5 geUnterdeſſen vernahm er daß ſein ehrer viel Geld aus ſeiner Arbeit lößte/ und Genie