und ſechzehn andern Ruͤnſtlern. 305
Sein erſtes Werk in Antwerpen war ein heiliger Auguſtinus, für die Moͤnchedieſes is ot allgemeinem Beyfall beehrt, und von allen Kennern, wegener vortreflichen in Italien angenommenen Manier, bewundert wurde. Inzwiſchenwährte es lange, ehe van Dyck recht in Anſehen kam. Er mußte vorher verſchiedneerdrießliche Zufaͤlle ausſtehen. Zum Exempel: ein herrliches Bild von Chriſtus amkeutze, welches die Domherrn von Courtray bey ihm beſtellt hatten, wollten ſieihm Anfangs nicht bezahlen, weil ſie es aus Einfalt fuͤr ſchlecht hielten; mit denAuguſtinern hatte er eine aͤhnliche Verdrießlichkeit, und dergleichen mehr. Dieselwog ihn, ſein Gluͤck in England zu verſuchen: allein er genoß auch dort nicht die von5 Reiſe gewuͤnſchten Folgen, und kehrte deswegen bald wieder nach Antwerpen
Um dieſe Zeit ſoll Rubens ihm ſeine Tochter zur Frau angeboten haben„ die erober, unter 1 gal orb zweyten Reiſe nach Rom, ausſchlug.mige ſagen, er habe die Mutter mehr geliebt, und deswegen die Tochter nicht neh-m wollen. Rubens ſuchte ſeinen ehemaligen Lehrling bey aller Gelegenheit her-theauiehen und lobte deſſen Geſchicklichkeit; deſtomehr verachteten ihn im Gegen-8 al ſeine vorigen Mitſchüler, als Schutt und andre. Van Dyck kehrte ſich nichtaan, ſondern fuhr fort fleißig zu arbeiten, und viele Kirchenſtuͤcke zu malen, unterbudern machte er ein Krucifix fuͤr die Kapuziner zu Dendermonde, welches unter ſeinedabüglichſten Arbeiten gezehlet wird. Ju gleicher Zeit lieferte er auch viele Bildniſe,auf in einige nach Londen kamen, und die Engländer in Anſehung ſeiner Verdienſtefbeſſere Gedanken brachten.
Kbnig Carl I. ein Freund der Kunſt, horte ſo viel Gutes von ihm, daß er bedau-dete dieſen Künstler We nicht an ſeinen Hof gezogen zu haben, und ihn nunmehr auf2 anddigſte nach England einladen ließ. Van Dyck folgte dieſem Rufe, ward bey der5 unft mit beſonderer Achtung empfangen, und erhielte nicht nur den Orden vom
abe ſondern auch eine Gnadenkette, einen jahrüchen Gehalt, namlich für jedes
Ces ſtehendes Bildniß 100. Pfund, und fuͤr eines bis auf den halben Leib S0. Pfund
terlnng. Der Koͤnig beſuchte ihn oft bey der Arbeit, und unterredete ſich mit ihm.
un wachnſten des Hofes eiferten um die Wette, wer ſich von ihm zuerſt malenollte.
Van Dyck ſahe wohl aus, hatte viel Lebensart und Witz, daher war er ben0 inſonderheit bey den Damen, ſehr wohl gelitten. Er liebte den 50 dvverzehrte das viele Geld, welches er verdienke, durch eine leckere een5„Concerte, und dergleichen. Dazu kam, daß er ſich ſehr freygebig gegen Arme,d beſonders gegen diejenigen, welche ſich der Kunſt widmeten, bezeigte. Alle dieſeſelgaben haͤtte er bey ſeinem ſtarken Gewinnſte beſtreiten können, wenn er nicht zubuten gröſten Unglück auf die Thorheit des Goldmachens verfallen wäre, und ſich da-1 ch um alles gebracht haͤtte. Er ſuchte ſich durch eine vornehme Heyrath zu helfen,0 d nahm die Tochter des Lord Ruten, die ſich als eine ſchöͤne junge Perſon nicht' ſeinem ſchwaͤchlichen Koͤrper und podagriſchen Umſtaͤnden ſchickte. Sie heyratheteon ungerne„allein der Herzog von Buckingham warb auf eine ſo dringende Art fuͤrFreude daß ſie ſich endlich dazu entſchloß. Der Herzog ſuchte, als ein wahrer
abzu id unſers Kuͤnſtlers, ihn dadurch von den Ausſchweifungen mit ſeinen Maitreſſendehen.
ing Van Dyck wollte ſeine junge Frau nunmehr in ſeiner Vaterſtadt zeigen, und2 m der Abſicht mit ihr nach Antwerpen. Von da nahm er den Weg uͤber 195Jauptth. VII. Band. Qq 7