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308 Kap. 18. Von Gerhard Sonthorſt,emburg
und bemuͤhte ſich vielmehr ein richtiger Schuͤler der Natur zu werden. Poele
gab ſeinen Gemälden ein liebliches Kolorit, und feine Ausführung. In den Landſchaſ-ten bemerkt man gluͤckliche Lagen, und in den Hintergruͤnden oftmals roͤmiſche Runen. Er malte eine ſchoͤne Luft, und wußte uͤberhaupt jedweder Sache, den ihr zu-kommenden Ton der Farbe zu geben. Hingegen fehlt es den Figuren oft an der rich-tigen Zeichnung, zumal wenn er die Groͤſe kleinerer Staffeleygemälde etwas uͤber-ſchreiten wollte.
Seine Arbeit fand in Rom ungemeinen Beyfall. Man verlohr ihn ungerne/ob er gleich ſein Andenken dort auf eine vielfache Art geſtiftet hatte. Auf der Rüͤck-reiſe hielt er ſich einige Zeit in Florenz auf. Der Grosherzog bot ihm ſeine Dienan, muſte ſich aber mit einigen Stuͤcken von ſeiner Hand begnügen, und Poelembukgeilte nach ſeiner Vaterſtadt. Nach der Zuruͤckkunft fanden ſeine Werke ſolchen Behfall, daß er kaum alle Liebhaber befriedigen konnte. Selbſt Rubens verlieble iauf der Durchreiſe durch Utrecht in ſeine Arbeit, und beſtellte verſchiedne Stuͤcke 00ihm. Koͤnig Karl J. berief dieſen Künstler nach England, und bezahlte ihn ſeht grossmuͤthig. Er ſuchte ihn auf die gnaͤdigſte Art in London zu behalten, Poelemburg;aber den ruhigen Aufenthalt in ſeiner Vaterſtadt dem Hofleben vor, und kam mit 55ſchenken uͤberhaͤuft zuruͤck. Er beſchloß ſein Leben 1660. im 74. Jahre. Aus eineSchule ſind gute Maler entſtanden, darunter Alexander Kierings, Daniel Vertan-gen, Johann von der Lys, und Moſes van Uytenbroeck die vornehmſten ſind.
151. Roland Savery.ſeinem
Rolant Savery erblickte die Welt 1576. zu Courtray, u te beiVater Jacob, einem unbekannten Meiſter, das Fer, vnd 905 f altertBruder Jacob mit Waſſerfarben umzugehen. Rolant legte ſich vorzuͤglich aufs Landſchaftmalen, liebte inſonderheit rauhe felſigte Gegenden, Waſſerfaͤlle, Gebuͤrge 1fuͤhrte ſie ungemein fleißig, und nach der Natur aus; nur Schade daß ſein Kolorletwas zu ſehr ins blaue fiel. Die Lagen ſind vortreflich gewaͤhlt, und ſetzen den Zu-ſchauer oft in ein angenehmes Erſtaunen. 5
Savery gieng auf einige Zeit nach Frankreich, kam i ine Rech-nung dort nicht fand, bald wieder zuruͤck. Lahe Ade fan ei 920 ſeinenbergigten Landſchaften, welche ihm ſo wohl gefiel, daß er den Kuͤnſtler auf ſeine Ko-ſten nach Tyrol ſchickte, um die merkwuͤrdigſten maleriſchen Proſpekte der daſigelhohen Gebuͤrge, und damit verknuͤpften ſchoͤnen Gegenden zu kopiren. Savery hielleſich daſelbſt zwey Jahre auf, und verfertigte waͤhrend der Zeit ein ganzes Buch!Zeichnungen von den tyroliſchen Ausſichten. Er brachte ſolche in der Folge in allenſeinen Werken an, zumal in der kaiſerlichen Gallerie zu Prag, die er nach der Zurichkunft mit merkwuͤrdigen Proſpekten auszierte, davon Egidius Sadeler einige geſto,chen hat. Eines ſeiner beſten Gemaͤlde iſt unſtreitig der bußfertige heilige Hieron hu, l5 e faßgen Gegend, darinn man aber auf der andern Seile 115
ehme angebauete Landſe ck lor iſterhal-n h 5 entdeckt. Iſaae Major hat davon einen meiſter!
Nach des Kaiſers Rudolphs Tode kehrte Savery im J wieder nachUtrecht und fieng daſelbſt, weil er nie Luſt zum ehelichen Sende e mit 75nes Bruders Sohn, Johann Savery, einen guten Landſchafter, ein freundſchaftlicheLeben an. Den Tag uber arbeiteten ſie mit einander, und der Abend ward in G0ſellſchaft guter Freunde zugebracht; woran es ihnen nicht fehlte, weil unſer Nolan