und ſechzehn andern Ruͤnſtlern. 309
an ſehr angenehmer kuſtiger Mann im Umgange war. Auf dieſe Art brachte er ſeinLeben auf 6g. Jahre, und beſchloß es 1639. zu Utrecht. Sein Schuler iſt der bereitsoben erwehnte Iſaak Major.
152. Johann Torrens.
Johann Torrens wurde 1589. zu Amſterdam gebohren. Sein Lehrmeiſteriſt unbekannt. Er malte allerley ſtillliegende Sachen, Buͤcher, Uhren, Vaſen undergleichen, mit vieler Kunſt, was ihn aber noch bekannter gemacht hat, ſind ſeineerbaren Gemaͤlde, welche die ſchmutzigen Zeichnungen des Julius Romanus miti Verſen des Aretins noch übertrafen, und um deſto verfuͤhreriſcher waren, weil0 angenehm, und mit einem fleißigen Pinſel gemalt ſchienen. Er fand Anhaͤnger,ie eben ſo liederlich lebten und dachten als er, und mit ihm die abſcheulichſten Dingeder die Religion und guten Sitten oͤffentlich behaupteten. Wenn man den Tor-rens warnte, ſich in Acht zu nehmen, ſo lachte er daruͤber, und trieb ſeinen gottlo-Ii, Wandel ſo lange, bis die Obrigkeit zu Harlem ihn beym Kopfe nehmen ließ.Ihm ward die Tortur zuerkannt, und Houbraken und Weyermann ſagen, eren waͤhrend der Marter geſtorben, und ſeine unzüchtigen Stuͤcke verbrannt wor-den. Hingegen berichtet Descamps T. I. p. 383. aus des Schrevelius Geſchichtevon der Stadt Harlem, die aus den oͤffentlichen Urkunden des Archivs zuſammen ge-agen iſt, Torrens habe die Marter ausgehalten, und ſey zu einer zwanzigjaͤhrigenefangenſchaft verurtheilt worden. Weil ſich aber einige Vornehme„und inſonder-heit der engliſche Geſandte ſeiner annahmen, ſo ward er auf freyen Fuß geſtellt. Ereng nach London„ſieng dort aber ſeinen vorigen ſchlechten Lebenswandel von neueman, und machte ſich dadurch verhaßt. Die Noth zwang ihn wieder nach Amſterdamruͤckzukehren, wo er bis 1640. in ſein 5 1. Jahr in Verborgnen lebte.
153. Johann von Wael.
Von Johann von Wael iſt weiter nicht viel bekannt, als daß er 15 58. zu Ant-erpen gebohren wurde, die Kunſt bey Franz Frank erlernte, und zu ſemer Zeit alsan guter Geſchichtmaler bekannt war. Er erwarb ſich durch ſeinen Fleiß anſehnlicheMi al, war ein Mitglied der antwerper Malergeſellſchaft, und ſtarb 1633. im 73.Jahre. Descamps ſagt, er ſey ſehr jung geſtorben.154. Joſeph Eragesbeck.
Wir kommen auf den Becker Joſeph Craesbeck, den getreuen Gefaͤhrten des Adriandrouwers in allen ſeinen Ausſchweifungen. Craesbeck war zu Bruͤſſel 1609. geboh-ker Wir haben oben in Brouwers Leben angezeigt, daß dieſer Kuͤnſtler zu einem Be-
ins Haus zog, der, als er ihn malen ſahe, ſelbſt Luſt dazu bekam, ſein Hand-Fer vernachlaßigte, und Brouwers Schüler ward. Sie ſtifteten eine unzertrennlichearbenndſchaft„wählten einerley Lebensart, liefen in alle Wirthohäuſer, faullenzten,kene teten, ſoffen, und ſpielten miteinander. Craesbeck malte mit vieler Geſchicklich-
und nach der Natur die niedrigsten Gegenſtäͤnde, mit denen er, wie ſein Mei-5 am bekannteſten war; als Tobacks⸗ und Saufgeſellſchaften, Schlaͤgereien. Erſichte gerne verzerrte Geſichter, ſetzte ſich zu dem Ende vor den Spiegel, und uͤbte5 in den heßlichſten Verzuͤckungen. Inſonderheit ſieht man viele Koͤpfe von ihm1 einem Pflaſter auf dem Auge, und mit weit aufgeſperrten Maule. Seinnes Bildniß hat er verſchiedne mal auf dieſe Art verfertigt.
i Um die Liebe ſeiner artigen Frau, auf die er eiferſüchtig war, auf die ProbeBlalen, beſchmierte Craesbeck ſein 1 5 7 11 15 ſich eine uit fie 1 155f ſi ie Er nit einem blutigen Meſſer zur Seite, und fieng ent-
warf ſich auf die Erde, mi 2 ſehlch