336 Kap. 20. Von Johann Lys,
ſelt, und fuͤr Stuͤcke vom David verkauft. Seine Schuͤler Abshoven, de Hont, Er-tebout, van Helmont, ſind ihm vermuthlich nicht gleich gekommen, weil manwenige Nachrichten von ihnen findet. Nach keinem Meiſter ſind ſeit einigen Jahrenſo viele Blätter geſtochen, als nach David Teniers, zumal in Frankreich, wo ſeinGemaͤlde ſehr beliebt ſind. Le Bas allein hat eine Folge von mehr als 50, uͤckegeliefert, auſſer was man von Laurent, Lepicie, Chenu, und andern hat. Major 1London hat auch eine Folge herausgegeben. Der vielen alteren bollaͤndiſchen Kupfer-ſtecher nicht zu gedenken.
232. Cornelius Janſon.Cornelius Janſon war von niederlaͤndiſcher Abkunft, und nach einigen inLondon, nach dem Descamps aber zu Amſterdam gebohren. Man kennt, einenLehrmeiſter nicht, er erwarb ſich aber eine ſchoͤne Manier, in der er anfangs groſſeund kleine Geſchichte malte, nachgehends aber, mehreren Gewinſts halben, Bildni lfertigte. Er ſchilderte den Koͤnig Carl, das ganze koͤnigliche Haus, und viele Vorne)men ab. Wie aber die ungluͤcklichen Zwiſtigkeiten zwiſchen dem Koͤnige undParlamente angiengen, verließ Janſon England, und waͤhlte ſich Amſterdam zumAufenthalte, wo er auch vermuthlich ſein Leben beſchloß. Seine Arbeiten wurden9 5 und andern Ländern geſchickt, ſie ſind dem ungeachtet aber wenigekannt.
ä 233. Govert Flink. 5.
Govert Flink wurde im Jahr 1616. zu Cleve von bemittelten Eltern gebohren?
der Vater wollte ihm die Handlung lernen laſſen, allein der Kaufmann, bey dem dein Dienſten ſtund, beſchwerte ſich gegen den Vater, daß der Sohn, an ſtatt 9
Rechnungen in Ordnung zu halten, beſtaͤndig zeichnete, und jagte ihn endlich Gaer
fort, mit dem Zuſaze, er ſchicke ſich beſſer zum Pinſeln als zum Rechnen. Dter hegte ein groſſes Vorurtheil gegen die Malerey, und wollte ihn nicht der Kung19 5 ane 19 7 5 einem andern Kaufmanne nach Amſterdam, bey dem le 5es Sohnes angebohrne Neigung zur Kunſt abermals aͤuſerte ll er des Tanicht Zeit hatte, ſo zeichnete er des Nachts. s aͤuſerte. Weider
Unterdeſſen kam ein Prediger, Lambert Jacobs aus Leuwarden, nach Clevel nt,zugleich ein Maler war. Mit dieſem errichtete der alte Flink eine genaue Bekanntſchaft, und Jacobs uͤberredete den Vater, ihm ſeinen Sohn zum Unterricht in der Male“rey anzuvertrauen. Der Vater ließ es ſich gefallen, und ſie reißten miteinander ahLeuwarden. Der junge Flink brachte es auch, vermoͤge ſeiner natuͤrlichen Faͤhigkeit uingroſſen Fleiſſes, in kurzer Zeit weiter, als man ſich vorſtellen kann, und gieng darein Geſellſchaft eines andern jungen Malers, der ſich auch bey dem Jacobs aufgehenten hatte, zu Rembrand in die Schule. Er legte ſich mit ſolchem Eifer auf die Nachaß-mung der Manier ſeines Lehrmeiſters, daß man bald anfieng irrig zu werden, o.e vom Meiſter oder vom Schuler gemalt war. In der Folge glaubte er 9
iochen zu grob kacken Gemälde ſeines Lebrmeiſers nacht ſo did Bepfal erhaltmoͤgten, und fieng deswegen an mit mehr verſchmolzenen Tinten zu arbeiten.
Flink kam in groſſes Anſehen, und dies verſchafte ihm eine ſehr reiche Frar-die er nicht lange darauf wieder verlohr. Mit 85 5 5 er ein prächt-ges Kabinet von Gemälden, Bildhauereyen, Zeichnungen und Kupferſtichen 5Wie anſehnlich ſolches geweſen, läßt ſich daraus ſchlieſſen, daß die Zeichnungen deKupferſtiche allein nach ſeinem Tode für 12000. Gulden verkauft wurden. 0Küͤnſtler wurde ſeiner Vorzuͤge wegen von hohen und niedrigen geſchaͤt. Chucggl,