und neun und dreißig andern Ruͤnſtlern. 335
Künstler von vielem Genie. Er hatte einen beſondern dicken Auftrag der Farben, undvertrieb ſie nicht allemal genug in einander. Sein Kolorit faͤllt zuweilen etwas ins5 raue. Man ſieht in ſeinen Werke eine feſte meiſterhafte Hand. Einige tadeln died as kurzen Figuren an ihm, und finden nicht genug Abwechſelung in ſeinen Gemaͤl-en. Sie ſtellen meiſtens Dorfluſtbarkeiten, Tobacks⸗ und Trinkgeſellſchaften, Chy-ü iſten, und Verſuchungen des heiligen Antons, vor. Die Figuren ſind geiſtreich, undheem Charakter, wenn er gleich nie edel iſt, gemaͤß. In ſeinen Landſchaften findetman eine ſchoͤne Luft, und leichten Baumſchlag.
Teniers ſtand lange in Dienſten des Erzherzogs Leopold in den Niederlanden,und arbeitete einige Zeit bloß fuͤr den Koͤnig von Spanien, der dieſes Kuͤnſtlers Ge-mack ſo liebte, daß er eine eigne Gallerie fuͤr ſeine Werke anlegen ließ. Seine Ge-alde wurden durchgaͤngig ſo beliebt, daß er alle Beſtellungen nicht abwarten konnte.hat viele kleine leichte Stuͤke gemalt, worinne wenig Figuren anzutreffen ſind.ft brachte er in einem Tage ein ganzes Bild von der Art zu Stande. Man darfch daher nicht wundern, daß bey dieſer geſchwinden Arbeit, und dem unermuͤdetenleiſſe, ſo viele Bilder von dieſem Meiſter in allen Kabinetten anzutreffen ſind, undaß man in Paris allein gegen hundert daſelbſt befindliche Gemälde von Teniers, ſeiteinigen Jahren in Kupfer heraus gegeben.
. Teniers erhielt ſo viele Beſuche von Liebhabern, daß er dadurch zu ſehr in derlebeit geſtoͤrt wurde: Er ſuchte dieſer Unbequemlichkeit zu entgehen, und zog auf eint orf, Nahmens Perk, zwiſchen Antwerpen und Mecheln. Hier fieng er an die Na-du ſtudiren, den Bauernluſtbarkeiten oft zuzuſehen, und freute ſich uͤber den ru-igen Aufenthalt. Allein das Vergnuͤgen waͤhrte nicht lange. Sein Haus wurded ein Sammelplatz aller Liebhaber, die ausdrücklich hinreißten, um Teniers zu be-bon n Vornehme und geringere ſtellten ſich Haufenweiſe ein: ſo gar Don JuanUn Oeſterreich hielt ſich oft bey ihm auf, weil er ein Vergnuͤgen in des Kuͤnſtlerswiedange fand. Er lernte die Malerey unter ſeiner Anführung, und ſchilderte Te-5 ſeinen jungen Sohn, welcher nachgehends ein Franeiſeaner ward. Teniers erſterau war eine Tochter von Johann, oder dem ſogenannten Sammt Breugel.
ſeine Dieſer Künſtler wurde anfangs ſo wenig geachtet, daß er ſich gendthigt ſahezune Werke ſelbſt zum Verkauf in Bruͤſſel herumzutragen. Schlechtere Maler, als5 Aktois, von Heil und andre, wurden ihm vorgezogen, bis er endlich auf 1Vaunſehen kam, und darauf uͤber alle erhoben wurde. Im Jahr 1644. ward erouſteher der Akademie zu Antwerpen. Weil er ein groſſer Kenner der verſchiede-let danieren war, und die Gemaͤlde der Italiener, wie bereits erwehnt worden, ſozückch nachahmen konnte, ſo ſchickte der Graf Fuenſaldagne ihn nach England, umaaalbſt Gemälde aus dieſer Schule aufzukaufen. Teniers richtete dieſen Auftrag zuſt oſſer Zufriedenheit des Grafen, und als ein wahrer Kenner aus. Dieſer Kuͤnſtlerendlich, nachdem er in ſeinem Leben Ehre und Achtung genug von den Groſſenf ollen, in einem hohen Alter, nemlich 1690. im 90. Jahre. Er arbeitete bis anſieht onde. Man brachte ihn nach Perk, wo gedachtermaſſen ſein Schloß lag. Maneht es mit den 3. Spitzen zuweilen in ſeinen Landſchaften angebracht, und hat auchen Kupferſtich unter dem Titel le Chateau de Teniers davon.
„Teniers hatte einen Bruder, Abraham, der ein geſchickter Maler war, und in
ſo poids Geſchmak arbeitete. Wenn ſein Kolorit gleich nicht ſo ſchön iſt, und er nicht
9 viel Feuer hat, ſo werden Abrahams Arbeiten doch oft mit ſeinem Bruder Wel