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368 Kap. 23. Von Claudius Gelee, oder Lorrain,316. Gottfried und Johann Zacharias Kneller.
Gottfried Kneller war im Jahr 1648. zu Luͤbeck gebohren, und wurde einer
der beruͤhmteſten Bildnißmaler, welche je gelebt haben. Er lernte bey Rem?brand und Ferdinand Bol. Nachdem er hin und wieder in Teutſchland gearbeitehatte, gieng er im Jahr 1676. nach England, und ward koͤniglicher Hofmaler. fhelm III. machte ihn zum Ritter, und endlich ward er gar zum Baronet erklaͤrt.ſtarb 1722. zu London, und bekam in der Weſtmuͤnſterabtey ein prächtiges Moniment, mit der bekannten Grabſchrift Raphaels in Rom: Ille hic eſt Kaphacl, welcheins Engliſche uͤberſetzt wurde. Er malte aͤhnlich, und mit einem kraͤftigen Pinſel;weil er aber mit Arbeiten unglaublich uͤberhaͤuft war, ſo malte er gemeiniglich nic
als den Kopf eines Bildniſſes, und ließ die Hande, Draperie, und Beywerke durchgeſchickte Maler hinzufuͤgen. Bey ſeinem Abſterben fand man 500. angefangene Bild-niſſe, welche er ſich allemal zur Helfte voraus bezahlen ließ. Kneller war ein ſolchelModemaler, daß ihm andere ſogar mit ſeinen Fehlern nachahmten. Siehe die Platte K.K.
Johann Zacharias Kneller, war ein Bruder und Schuͤler des vorigen, im Jahr1646. gebohren, malte Bildniſſe, Architekturſtuͤcke, und auch zuweilen auf naſſemKalk. Das Jahr ſeines Todes, und wo er geſtorben, iſt ungewiß. Seinen Kopſiehe Platte K. K.
317. Gerhard Laireſſe. fGerhard Laireſſe erblickte das Licht der Welt im Jahr 1640. zu Luͤttich. Die
Q erſten Gründe der Kunſt lernte er bey ſeinem Vater Regnier, uͤbertraf ſolchen 4 el
bald, indem er Gemaͤlde groſſer Kuͤnſtler, vornämlich des Bartholomaͤus Flame
kopirte. Er hatte ein ſehr fruchtbares Genie, daher er eine Menge von allegorische
Gegenſtaͤnden, Geſchichten und Fabeln gezeichnet, gemalt, und gegen 150. Blattervon allerley Groͤſſe mit einer geiſtreichen Hand radirt hat. Man zaͤhlt uͤber dieſeseben ſo viel nach ihm geſtochene Blätter. Er zeichnet beſſer als die meiſten Niedek-laͤnder zu thun pflegen, doch fallen ſeine Figuren gemeiniglich etwas kurz aus. nſeinen Werken herſcht eine ſchoͤne und ſinnreiche Zuſammenſetzung, und in den Hinker-gruͤnden ſieht man eine edle Architektur. Laireſſe zeigte ſehr geſchwind was für Ta-lente in ihm verborgen lagen, denn im funfzehenden Jahre malte er bereits Bildniſſeund bald darauf Gemaͤlde fuͤr die Churfuͤrſten von Coͤlln und Brandenburg. Be
mehrern Jahren ſchrieb er eines der beſten Malerbuͤcher, welche wir haben, und wo-von auch eine teutſche und franzoͤſiſche Ueberſetzung herausgekommen iſt.
Laireſſe hielte ſich viele Jahre in Utrecht, und zuletzt in Amſterdam auf/ wo erauch 17 11. ſtarb. Er wurde bereits im Jahr 1690. blind, welches er ſich durch ſeineunordentliche Lebensart zuzog; Bey dieſen Umſtanden trug er woͤchentlich einen Taden Kuͤnſtlern ſeine Gedanken von der Malerey vor, und daraus entſtund ſein Wervon der Malerey. Wir fuͤhren von ſeiner Hand nur ſieben groſſe allegoriſche Gemaͤl-de, aus dem Saal in Gravenhaag an, welche Tanje und Duflos geſtochen habenSein Bildniß ſteht auf der Platte Q Q. Er hinterließ zwey Sohne, von denen ſicha. Babe. 3 Anleitung, auf die Malerey legten; G5
Ernſt Jakob, und Johann, wu ˖ 1 iemen beſſer als die Figuren. Johann, wurden Thiermaler; Jakob malte di
318. Daniel Preisler.
Daniel Preisler war 1627. in Prag von proteſtantiſchen Eltern gebohren, wel,che ſich wegen der Religionsbedruckungen nach Dresden wandten. Heer lernte deljunge Preisler die Malerey bey Chriſtian Schiebling. Nachdem er verſchiedne Nach
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