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380 Kap. 24. Von ſieben und dreyßig Kuͤnſtlern,
18. Cope.
Cope Fiamingo. Den Beynahmen Fiamingo erhielt er deswegen in Italien,wo er beſtaͤndig lebte, weil er aus Flandern gebuͤrtig war. Seine hauptſaͤchlichſteArbeit beſtund in Basreliefs, und inſonderheit kleinen Modellen, nach antiken&guren. Er goß ſolche von Silber, Bronze, Bley, oder Wachs, ſo wie man es verlangte. Seine Werke in dieſer Art waren vortreflich. Man ſahe die Zeichnung egroſſen Originale im Kleinen genau beobachtet. Er verfertigte auch auf dieſe Art vie.Gruppen und Vorſtellungen ovidianiſcher Fabeln, oder aus der Heldengeſchichte delGriechen. Den Basreliefs gab er theils eine vier oder achteckige, theils eine oba15 Seine Arbeit fand augemeinen Beyfall, und wurde ſtark in fremde Laͤngefuͤhrt.
Cope ſchnitzte auch in Helfenbein, und lieferte verſchiedne Heiligen, Geſchichteund einen todten Chriſtus im Schooſe der Maria. Seine Geſchicklichkeit beſtund, wie ge-dacht, bloß in kleinen Figuren. Er bekam den Auftrag eine Statue von den EvangeliſteMatthaͤus in Lebensgroͤſſe in Marmor auszuhauen, allein er arbeitete ſeine ganze Le-benszeit daruber, und ließ ſolche niemand ſehen. Vermuthlich war er ſelbſt nicht da-mit zufrieden, weil er ſich nie im Groſſen geuͤbt hatte. Er wurde im Alter ein ſolcherMenſchenfeind, daß er niemand vor ſich ließ, ſein Haus und Stube zuſchloß, und ſeinbeſtellte Mahlzeit durch das Fenſter vermittelſt eines Korbes hinan zog. Als die Nachbarn ihn einmal einige Tage gar nicht bemerkt hatten, und das Haus mit Gewalt elbrachen, fanden ſie ihn tod im Bette liegen. Er ſtarb zu Rom um das Jahr 16105ohngefehr im 80. Jahre.
19. Franz Quesnoy.
dir kommen auf einen der beruͤhmteſten Bildhauer neuerer Zeit, wenigſtensauf den ſtaͤrkſten, den die Niederländer aufzuweiſen haben. Sie konnen ſich aber ſel-ner faſt weiter mit keinem Rechte anmaſſen, als weil er unter ihnen gebohren worden.Er gieng jung nach Italien, bildete ſich daſelbſt, und verließ es auch nie wieder DieLiebhaber der Kunſt werden vielleicht ſchon errathen, daß von keinem andern als vonFranz Quesnoy die Rede ſeyn konne. Man kannte ihn beynahe mehr unter dem Nah-men Fiamingo, wenigſtens wird er in Italien nicht anders genannt. Dieſer beruͤhmtKuͤnſtler erblickte die Welt zu Bruͤſſel im Jahr 1592. oder nach andern 1504. Unlernte Anfangs bey ſeinem Vater Hieronymus, den man als einen guten Bildhauerlobte. Sein Genie zeigte ſich ſehr fruͤhzeitig an ein paar marmornen Kindern an delVorderſeite der Jeſuitenkirche. Eine in Helfenbein geſchnitzte Paſſion erwarb ihm elBeyfall des Erzherzogs Albert, welcher den Kuͤnſtler auf ſeine Koſten nach Rom kesſen ließ, um ſich daſelbſt nach den Antiken zu bilden. Der bald darauf erfolgte Toddieſes Beſchuͤtzers, war ein unerſetzlicher Verluſt fuͤr den Quesnoy, er ſahe ſich ohneUnterhalt, und in die duͤrftigſten Umſtaͤnde verſetzet, und muſte ſein Brod mit allerleKleinigkeiten, die er in Holz und Elfenbein ſchnitzte, verdienen.
Indeſſen unterließ Quesnoy nicht, mit unermüdetem Fleiſſe nach den Antikezu ſtudiren, ſich in der Zeichnung zu üben, und vortrefliche Modelle von den beruͤhmteſten Antiken, als dem Laocoon, Antinous, Apollo, dem Rumpf des Hercules, de gNilſtrom, und andern aus Thon zu verfertigen. Bey aller Geſchicklichkeit währbees lange, ehe man den Quesnoy recht kennen und ſeine Verdienſte einſehen erntebis er endlich den Auftrag erhielt, eine groſſe Statue von der heiligen Suſanna in deKirche der Maria von Loretto zu verferkigen. Hier zeigte der Künstler ſich auf elmal in ſeiner Groͤſſe, das Werk ward von jedermann bewundert, und ſetzte ſeii 5Ruf feſt. Von der Zeit an, ſahe er ſich mit Arbeiten uͤberhaͤuft, blieb aber immer in 1900