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Siebender Band.
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und niederlaͤndiſchen Aupferſtechern. 397

Stuͤcke aus dem Kabinet des Erzherzogs Leopold Wilhelm zu Bruͤſſel in Kupfer ſtach,und vom Kaiſer Ferdinand III. nach Wien berufen ward. Er bekam einen Gehalt,und gab verſchiedne gute Sachen heraus, unter andern ein groſſes Blatt nach San-

rart, worauf die kaiſerliche Familie unter der Figur verſchiedner Gottheiten vorge-ſtellt iſt. Zum Exempel, der Kaiſer unter der Geſtalt des Jupiters, der roͤmiſche

Koͤnig Ferdinand als Apoll, die damals verſtorbne Kaiſerin Maria als Juno in den

Wolken, und ſo weiter.

26. Iſaac Major.

JIſaac Major war aus Frankfurt am Mayn gebuͤrtig; die Neigung zum Kupfer-ſtechen fuhrte ihn zu Egidius Sadeler, bey dem er hurtig ſtarke Progreſſen machte.Er kam ſeinem Meiſter in Landſchaften gleich, und arbeitete in den Jahren, da er ſich

ey ihm aufhielte, vieles unter ſeinem Rahmen. Er ſtach unter andern auch einegroſſe Landſchaft, nach Rolant Savary, welche ein Meiſterſtuͤck in ihrer Art, undheutiges Tages ſelten iſt. Unten in einem Winkel ſieht man den heil. Hierony-mus, auf derſelben Seite ſind hohe Felſen, worauf Heerden, Weiden, und auf derandern ſieht man eine weite Ebne, durch die ſich ein Fluß, welcher Muͤhlen treibt,ſchlaͤngelt. Waſſerfälle, hohe Baume, und alles was eine Landſchaft nur an Ab-wechſelung reich machen kann, iſt darinn angebracht. Er wandte ſich nach Wien; al-lein ſo ſchoͤn er auch anfangs ſtach, ſo vernachlaͤſſigte er ſich doch nachgehends,und arbeitete zuletzt ſo wenig, daß er ganz in Vergeſſenheit gerieth, und daſelbſt ſtarb,ohne daß das Jahr ſeines Todes bekannt geworden. Iſaac Mafor muß mit ThomasMajor nicht verwechſelt werden, welcher ein ſehr geſchickter engliſcher Kupferſtecherwar, der um das Jahr 1740. viele vortrefliche Blaͤtter nach Berghem, Wouwermannund andern in London heraus gab.

27. Peter de Jode.

Peter de Jode der juͤngere, arbeitete nach Rubens und van Dyck, und trat inſeines Vaters Fußſtapfen. Wir haben ſeiner bereits bey der Gelegenheit Nummer 9dieſes Kapitels erwehnt.

28. Wenceslaus Hollar.

Wenceslaus Hollar war 1607. von adelichen Eltern in Prag gebohren. Erkam durch die boͤhmiſchen Unruhen um alles das ſeinige; legte ſich deswegen auf dasMiniaturmalen, und brachte es darinne ſehr weit; nachgehends begab er ſich zu Mat-thias Merian nach Frankfurt am Mayn, und lernte bey demſelben das Kupferetzen.Er fand ſo viel Geſchmack daran, daß er ſich entſchloß dabey allein zu bleiben, und denPinſel ruhen zu laſſen. Die Anzahl ſeiner Blatter iſt ſehr groß, der Abt Marolleszahlte derſelben bereits gegen 1000. im Jahr 1666, wiewohl ihm ſeine Frau, und ſeinSohn, den er aber im 17. Jahre verlor, auch dabey geholfen. Seine Werke ſindheutiges Tages vornämlich in England beliebt, und werden theuer bezahlt, daherVertue auch ein ſehr genaues Verzeichniß davon in Quart herausgegeben, deſſen zwey-te Auflage bereits im Jahr 1759. erſchienen iſt. Die meiſte Zeit arbeitete er für denGrafen Arondel in London. Seine groͤßte Geſchicklichkeit beſtund in Landschaften, al-lerley Thieren, Inſekten, und Pelziberk. Von, der letztern Gattung iſt das Blatmit dem Muf ſehr beruͤhmt. Er gehoͤrt unter die ſogenannten kleinen Meiſter, wiedie Franzoſen ſie nennen, denn in groſſen Blattern war er hoͤchſt mittelmaͤſſig, daherauch, was er nach groſſen Gemaͤlden geliefert, ſchlecht gerathen. Stettler berichtet in ſei-ner eignen Lebensbeſchreibung, daß Hollar nicht gut verheyrathet geweſen, und deswe-gen aus Verdruß nach Weſtindien gegangen, dieſes iſt aber falſch, und vielleicht daher

5 einen Befehl vom Koͤnige erhielt, nach Afrikageglaubt worden, weil er im Jahr 1669. einen Odd z zu