den Modern-River-deposits und den Made-ground durch Menschen-hand — die Regenwurm- oder Scherben-Formation.
Die Gesundheitsverhiiltnisse sind in London keine so günstigenals in Paris , sie gehen gewöhnlich nicht weit von jenen in Wien ab. Die Sterblichkeitsziffer vom Jahre 1878 erreichte zwar auchnur 23.3, wie in Paris , allein vieles kommt da wohl zu Gunsten desletzteren auf Rechnung der Weltausstellung; allerdings steht sie fürdieses Jahr gegen Wien auch erheblich zurück.
Welchen Einfluss der wasserundurchlässige Londonthon, dieNähe des Meeres, welches zur Fluth die Themsewasser mit denschädlichen Abflüssen der Hauptstadt bis hoch nach London hinaufaufstaut und noch andere locale Ursachen ausüben, dafür ist hiernicht der Raum zu eingehenderer Erörterung. Eines jedoch, welchesmit der Beschaffenheit des Bodens in innigem Zusammenhänge stehtund worüber Prof. Rupert Jones sehr schätzbare Daten mitgetheilthat, kann ich nicht übergehen, es ist die Wasserversorgung desThemsethaies durch die Brunnen.
Wo über den Londonthon der Gravel, der Schotter des Di-luviums liegt, finden sich seichte Brunnen von 10 bis 12 Fuss Tiefe,sie geben fast überall Wasser genug für ein kleines Haus. Des-gleichen bezieht man aus dem Alluviallehm, dem Briekeartb(unserem Donau -Silt entsprechend), der die Sande und Gravel-bedsüberlagert, in 12 bis 20 Fuss Tiefe gutes Wasser. Wo aber derLondonthon oben zu Tage liegt und die Oberfläche des Bodensbildet, müssen Brunnen gebohrt werden, bis man die Woolwich-und Reading-Sande erreicht.
Häufig sind aber diese Formationsglieder nicht sandig, sondernthonig, und man muss noch 20 Fuss tiefer gehen, bis zu demtiefsten Gliede der Tertiär-Formation, den Thanet-Sanden. Diese gebenfreies Wasser, aber in und bei London ist diese Schichte so gutwie aufgebraucht. Unter den Thanet-Sanden in 30 und mehr FussTiefe kommt der Chalk — die weisse Schreibkreide; und mancheBohrungen dringen 100 bis 400 Fuss, ja noch tiefer ein, ohne eineWasser führende Spalte zu erreichen.
Es gibt allerdings solche Wasser führende Spalten, und istman so glücklich, sie zu erreichen, so erhält man hinreichendesWasser. Aber auch dieses Kreidewasser-Reservoir ist gegenwärtigviel ärmer als vor 30 Jahren, wo das Wasser sich bis über dieBoden Oberfläche erhob. Gegenwärtig bleibt es 20 und mehr Fussdarunter.
In London selbst liegen fast alle Brunnen im Gravel und sindnahezu durchgehends verunreinigt durch die Nachbarschaft von