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gemauert, 33.000 Meter lang und hat zwei Reservoirs, in Ixelles ,wo sieh das wenige an festen Bestandtheilen (Quarz, Diatomaceen)deponirt. Seit Errichtung der Wasserleitung und Unterdrückungder Brunnen sind die intermittirenden Fieber, die in der Nähe derSenne und im Thal Maelbeck sonst herrschten, selten geworden.Wohl hat am meisten dazu die Ueberwölbung der Senne bei-getragen.
Der Haupt-Aquäduct gibt täglich 18.600 Kub.-Meter Wasser,das Reservoir in Ixelles hat 10.200 Kubik-Meter.
Es kommt hiernach auf den Bewohner von Brüssel eine Mengevon 81 Liter Wasser im Tag, am Samstag aber sind 160 Literzur Verfügung, wegen der allgemeinen Säuberung und Abwaschung.
Es ist nicht uninteressant die Ziffern der Wassermenge zuvergleichen, die in anderen grossen Hauptstädten durch die Leitungender Bevölkerung zugeführt wird.
So kommen auf den Bewohner im Tag:
In
9
Litres
85
Litres
Constantinopel 21
5?
n
109
„
„
St. Etienne
27
»
»
London
112
n
Liverpool
28
„
V
Madrid
119
n
Havre
45
»
Genua
120
„
»
Edinbnrg
50
„
„
60
„
n
133
„
Philadelphia
70
»
n
Glasgow
150
Genf
74
J»
n
Bordeaux
170
n
n
Brüssel
81
V
r>
Marseille 200
„
In Dijon
250 Litres
„ New-York
560
J)
„ Rome
900
„
Im Alten Rom
1500
n
Einen grossen Einfluss auf den öffentlichen Gesundheitszustandschreibt Dr. Ledeganlc der Oscillation des Grundwassers zu,dessen Stand in Brüssel vom öffentlichen Gesundheitsamt alle drei Tageconstatirt wird. Es ist nun Tbatsache, dass das Fallen des Grund-wassers stets begleitet ist von Vermehrung der miasmatischen Krank-heitsfälle (Zymotiques). Der Boden einer grossen Stadt gilt nach zehnJahrhunderten als Boden eines grossen Sumpfes, dessen Einfluss fühl-bar ist, so oft durch Trockenheit die unterirdischen Schichten bloss-gelegt erscheinen. Ist das Becken unter Wasser getaucht, so ist esunschädlich. Sinken und Steigen des Grundwassers sind derBarometer des öffentl. Gesundheitsstandes, wie in Brüssel so allerorts, wo sich Menschenmassen agglomerirten. Die Sterblich-keitsziffer für Brüssel betrug für das Jahr 1878 nur 23.0.