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Der Boden der Hauptstädte Europa's : Geologische Studie / von Felix Karrer
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punkt des Spreepegels hat 31 Meter), liegt mitten im Haupt-Abwaschungs- oder Abdachungsgebiet des norddeutschen Tieflandes,in dem altalluvialen Oder-Elbthale gleich weit von Hamburg wievon Breslau entfernt.

Die jungalluviale Rinne des heutigen Spreelaufes, die indiagonaler Richtung die Stadt durchzieht, liegt im erborgten Bette,in dem ehedem der alte Hauptstrom aus dem mittleren Oderthaienach dem Unterelbthal floss.

Auf zwei Inseln dieses jungen Flussbettes: Berlin und Cöln, ruhtder alte Kern der ehemals in zwei gleichnamige Stadtgemeindengeschiedenen Stadt. Die Ufer des alten Oder-Elbthaies sind durchzwei inselartige Hochflächen markirt. Im Norden ist es der Barnim ,im Süden der Teltow , zwischen deren Rücken der Diluvialbodendurch Erosion wannenförmig ausgehohen und durch Alluvialabsätze,aber nur zur Hälfte wieder ausgefüllt ist.

Berlin zerfällt hiernach in 3 topographisch und geologisch scharfgeschiedene Gebiete, u. zw.:

1. in die Hochstadt, auf der nördlichen Diluvial-Hochflächedes Barnim ;

2. in die Niederstadt, zu beiden Seiten der Spree in vor-herrschend altalluvialer Thalfläche, und

3. in den wenig bebauten Nordrand der Diluvial-Hochflächedes Teltow .

Der Boden zwischen beiden Diluvialplateaus ist zum Theiledurch jungalluviale Wasserrinnen, Wiesen, Torfbildungen unddünenartige Erhebungen von Flugsand, welche die Unebenheitendes alten Bodens ausgleichen, ausgefüllt.

Dr. Lossen hat in dem, seinem Werke beigegebenen Atlas20 Durchschnitte von Nord und Süd durch den Boden von Berlin gegeben, und habe ich aus diesen den Durchschnitt XIII., welcherdie Stadt nahezu durch die Mitte schneidet und ein ausgezeichnetklares Bild des Bodens bietet, auf den vorhergehenden Seitenh eigefügt.

Die Ablagerungen des norddeutschen älteren Diluviumsunter Berlin bestehen aus Gesteinsblöcken, Schutt u. s. f., aus derskandinavischen Kern- und Flötzgebirgsformation, vom Riesenblockangefangen bis zum feinsten Gesteinsmehl, dessen Repräsentant derGlindowerthon ist, das allerfeinste Ausschlemmungsproduct ausdem Geschiebelehm.

Es ist nach Torei 1 und Kjerulf durchaus von Hause ausGletscherschutt, und zwar sind es Reibsteine von der Grund-fläche der Gletscher.