84
erprobte Soldaten, weshalb es nicht angemessen schien,den Gegnern die nur mit einer leichten Umwallung ver-sehenen Vorstädte streitig zu machen. Man beschranktesich, die Werke der eigentlichen Stadt, so wie die nörd-lich davon gelegene große Insel, — wo der Prater,die Leopoldstadt und Brigittenaue, — zu besetzen; diese,wegen der Verbindung mit der Taborbrücke von ent-scheidender Wichtigkeit, sollte verschanzt werden, es waraber früher sehr wenig dafür geschehen, und als dieCrisis nahete, keine Zeit mehr übrig. Napoleon kanntedie Oertlichkeiten hinlänglich, um zu wissen, daß dieBehauptung der Stadt wesentlich von dem Besitze die-ser Insel abhängt, die ein wenig bedeutender Arm derDonau vom rechten Ufer scheidet. Während das Feueraus zwanzig, hinter den kaiserlichen Ställen placirtenHaubitzen, die Aufmerksamkeit der Besatzung dorthinzog, gingen am Abende des Ittcn einige Voltigeur-Compagnien, nach dem südöstlichen Theile des Pratersüber, und setzten sich in einem dort gelegenen Gebäu-de, „das grüne Lusthaus" fest, worauf sogleich derBau einer Brücke begonnen wurde.*)
Oesterreichischer Seits versuchte man zu spät, dieunglückliche Vernachlässigung dieses Punktes wieder gutzu machen, indem gegen Morgen zwei Bataillone einenAngriff auf jenes Gebäude unternehmen mußten; allein
') Der beigefügte Plan der Schlacht von Wagram gewahrteine allgemeine Uebersicht der hier stattfindende» örtlichenVerhältniße.