143
um zehn Uhr die Corps von Massena und Bernadot-te*) bis nahe bei Raschdorf zurück gingen, von dersächsischen Reuterei gedeckt, welche mit vieler Ruhe,und immer wieder Front machend, dahin folgte, undverstärkt durch sechzehn Schwadronen Cuirassiere unterSt. Sulpice.
Der Generalissimus übertrug jetzt die Vertheidi-gung von Aderklaa dem Erzherzoge Ludwig mit zweiGrenadier-Brigaden, die beiden andern, anfänglich inder Richtung nach Säßenbrunn stehend, machten eineLinksschwenkung, um in die Linie auf Dreitenlce zukommen; da diese neun Bataillone die ihnen angewie-sene Strecke nur mit einem Treffen Bataillonsmaffenausfüllen konnten, so entwickelte sich die Reserve-Reu-terei in zweiter Linie hinter demselben. Rechts davon,
*) Auf dieses Gefecht, und das am Abende vorher stattgefun-den, gründet Napoleon den schnöden Ausspruch über dasBenehmen der sächsischen Truppen in feinen Memoiren,deren Glaubhaftigkeit hoffentlich jetzt hinlänglich gewürdigtwird. Ueberhaupt verfolgte die Sachsen hinsichtlich diesesFeldzugs ein eigenthümlicher Unstern. Nachdem Berna-Lotte sie in mehreren Schreiben an den Major-General alsunbrauchbar und unzuverlässig geschildert (man scheuei°elViLmoii-es 1. II. I>. 429—431), erläfft er nach der Schlachtvon Wagram eine hyperbolische Proclamation zum Ruhmeihrer Thaten; Napoleon behauptet darauf, sie seyen in je-ner Schlacht zweimal feldflüchtig geworden, und der säch-sische Offizier, welcher sich berufen glaubte, gegen diese Un-wahrheit zu reclamiren, thut dieß aber auf eine Weise, daßder Nichtunterrichtete wirklich glauben konnte, der Vorwurfsey nicht unbegründet gewesen.