ohne wesentlichen Erfolg, und als gegen Abend fünf-zig österreichische Jäger nebst einigen Reutern zu ihrerUnterstützung anlangten, so verfehlte dieß zwar des mo-ralischen Eindrucks auf beide Theile -nicht, konnte aberkeineswegs deu Gang des Gefechts andern.
Andreas Hofer, Sandwirth bei St. Leonhard imPasseyrer Thale, hatte einige taufend Bewohner dessel-2z M n. b. den über den Jaufen in die Ebene bei Sterzing ge-S. Leon. urw nöthigte, ebenfalls am Uten April, die hier
stehenden zwei Compagnieen die Waffen nieder zu legen,nachdem sie in mehrstündigem Kampfe jgegen die unver-hältnißmaßige Ueberzahl, ausgezeichnete Tapferkeit undDisciplin bewahrt*).
*) Es scheint hier der geeignete Ort, ein- für allemal einige Worteüber die Natur des KampftS in diesem Lande zu sagen. DieGcbirgigkeit desselben allein, erklärt nicht Alles, denn einvon Leinwebern bewohntes Gebirg, wird durch sie schwer-lich mit Erfolg vertheidigt werden; vielmehr ist wohl derGrundsatz ins Auge zu fassen, daß das allgemeine Aufge-bot nur da von Bedeutsamkeit seyn kann, wo die Friedens-beschäftigungen der Einwohner sie zu den Leistungen desKrieges vorbereiten. Die Leidenschaft für die Jagd ist inTyrol allgemein, und das Zielschießen mit Kugelbüchscn(Stutzen) eine national zu nennende Vergnügung, derenselbst der wenig Bemittelte nicht entbehren mag, so daßdas Land zu aller Zeit eine ungeheuere Anzahl dieser, ingeübter Hand so gefährlichen Waffen enthielt. Dabei wares eine uralte Einrichtung, daß im Falle der Gefahr dieWaffenfähigen zur Vertheidigung der Grenzen auszogen,wie dieß auch in den Jahren 1796, 1797, 1799 und 1895geschehen. Denkt man sich solche Männer, von Natur kräf-tig, abgehärtet, voll angebornen Muthes, mit allen Wegen