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Katharina II. von Russland : August der Starke - Kurfürst von Sachsen, König von Polen ; Papst Alexander VI. ; Karl Leopold - Herzog zu Mecklenburg-Schwerin ; Ludwig XIV. - König von Frankreich
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39
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«ntrr der Aufsicht Sawadowski'S, eines abgedankten FavoritenKatharinas, bis nach dem Tode derselben sein Halbbruder Paulin einer Regung von Großmuth ihn nach Petersburg berief,ihm den Grafentitel und Generalmajorsrang verlieh und ihnmit irdischen Gütern auf's Reichlichste ausstattete.

Bobrinski war nicht der einzige Sprößling, der aus demKonkubinat Katharinas mit Gregor Orlow hervorging. Einzweites Söhnlein der beiden, das den Namen Galakteonerhielt, wurdeals ein kleiner, unbekannter Liebling in derKaiserin und in Orlows Zimmern gesehen". Er wurde sehrjung Offizier, kamzur Ausbildung" nach England und beginghier so maßlose Ausschweifungen, daß er an den Folgen der-selben schon nach wenigen Jahren starb.

Ein dritter Sohn hieß Wospanoj, er starb schon alskleiner Page in Petersburg. Zwei Töchter Katharinas ausder Verbindung mit Orlow wurden alsNichten der Kammer-frau Protassow" im Palaste erzogen und später zu Ehrendamenernannt. Eine von ihnen heirathete den General Grafen Bux-hövden, die andere den deutschen Dichter Max Klinger, derdie Leier mit dem Schwert vertauscht und es in Rußland biszum General gebracht hatte.

Trotz dieser zahlreichenPfänder der Liebe", mit denenKatharina ihren Favoriten beschenkte, war das Band, welchesdas edle Paar verknüpfte, durchaus kein allzu festes. Orlow gingseiner Wege, wenn es ihm paßte, und der gefälligen Hofdamen,die ja nur das vom Throne her gegebene erhabene Beispielallbeglückender Liebe getreu zu kopiren brauchten, gab es ja soviele. So wurde im Jahre 1770 ein Kind von Gatschina nacheinem Kloster in Savoyen gebracht und daselbst erzogen, dasvon Orlow und einer Hofdame abstammte. Und als einstKatharina, schon als alte Dame, im Park von Zarskoje-Selospazieren ging, sprang plötzlich aus dem Gebüsch eine jungeFrau auf sie zu und warf sich ihr zu Füßen. Durch unantast-bare Dokumente bewies sie, daß sie eine natürliche Tochter Orlowswar der Wüstling hatte sich um sie und ihre Mutter niemalsgekümmert und sie im Elend verkommen lassen. Katharinasorgte seither für ihren Unterhalt, damit sich indessen nicht nochmehr solcher Sprößlinge ihres ehemaligen Günstlings meldete»,