ließ fir — den Park von Zarrkoje-Selo jedesmal, wen« siespazieren ging, absperren.
Daß auch Katharina Orlow die .Treue des Herzens" nichtbewahrte, ist mehr als sicher. Ohne Zweifel stand auch Gregor'SBruder Alexej ihr nahe, und die eine ihrer Töchter erhielt so-gar nach diesem den Zunamen Alexejew. Eifersuchssceuen,deren Gegenstand bald dieser, bald jener „hübsche Mann" war,gehörten zwischen den beiden .Liebenden" nicht zu den Selten-heiten. Zu Tisch zog Katharina gern gut gewachsene jungeLeute von vortheilhaftem Aussehen, was den leidenschaftlichenOrlow oft genug Anlaß zu Groll und Aerger gab. Dabeiwurde er, je sicherer er sich in seiner Position fühlte, „immerpöbelhafter und anmaßender in feinem Betragen" (Helbig).Er hatte keinen Begriff von Förmlichkeiten. „Seine Verhältnissemit Katharinen hatten ganz den Charakter gemeiner Verbindungen,"sagt Helbig, „die ohne Grundsätze und nur in physischer Hinsichtgeschlossen werden."
Mehr und mehr wurde der rohe Patron seiner GÜnuerinlästig, und sie begann im Verein mit ihre «neuen Vertrauten, aufseine Entfernung zu sinnen. Man sandte ihn zunächst im Jahre1771 nach Moskau, wo die Pest ausgebrochen war und er Maß-regeln gegen dieselbe ergreifen sollte. Boshafte Zungen be-haupteten, die Zarin habe die Hoffnung gehegt, er würde daselbstan der tückischen Epedemie zu Grunde gehen, allein Orlow kehrteheil und gesund zurück und wurde in Petersburg als der „sieg-reiche Bezwinger" der Pest durch Medaillen, marmorne Triumph-bogen und ähnlichen Mummenschanz gefeiert. Im Stillen jedochdachte Katharina schon wieder nach, wie sie ihn wegbekommenkönnte, und richtig ging der aufgeblasene stupide Bursche in dieFalle, die man ihm gestellt hatte: er begab sich im Jahre 1772als Abgesandter „Ihrer Majestät" unter großem Pomp undGepränge nach der Wallachei, um mit den Türken Frieden zuschli-ßen.
Während er noch in der Abwickelung dieses Geschäftesbegriffen war, erfuhr er plötzlich, daß sein Platz an KatharinasSeite durch einen andern besetzt war: sein arger Gegner, GrafPanin, hatte ihm in der Person des GardelieutenantS AlexanderWassiltschikow einen Nachfolger in der Gunst Katharina-gegeben. Orlow raste, als er die Nachricht von dieser Ber«