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Katharina II. von Russland : August der Starke - Kurfürst von Sachsen, König von Polen ; Papst Alexander VI. ; Karl Leopold - Herzog zu Mecklenburg-Schwerin ; Ludwig XIV. - König von Frankreich
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.Bewahr'», Augustu», geiz'ger Man»,

Nimm solche Predigt mit Demuth an.

Denk nicht, daß Dir all SchindereiMit Wild und Schätzen*) erlaubet ser.

Dann wann der Geiz Dein' Gewalt ziertUnd sonst kein besser Frucht' gebiert,

Dann daß Du alle» haben willtBon Gehölz, Gold und auch Gewild,

So kannst Du zwar selb» besinnen,

Was sich hieraus wird anspinnen,

Nämlich groß Aufruhr in Deinem Land»

Welchs Dir wird sein ein ewig Schand,

Wann man sich wird zu Haufen schlagenUnd Dich zum Lande rauSjagen . . .

O wehe den Pfaffen in dem Land,

Die dem Fürsten nicht machen bekannt,

Daß er so unrecht daran thut,

Den Armen nimmt ihr Schweiß und Blut,

Und wollen noch vertheidigen feinDer niederträchtigen Schätzung sein.

Wie zu Wittenberg der krumme Mann**)

Und Doktor Krell***) haben gethan,

Da doch Johann der Täufer frommDie Wahrheit sagt' dem Herodes schon ..

Man sieht, die Vorfahren unserer heutigen Sachsen redete»,mit ihremtheuren Landesvater" eine ziemlich deutliche Sprache.Hunderte von Unschuldigen wurden um dieser Spottgedichtewillen gefoltert und hingerichtet, und nicht nur beim Volke,

*) Schätzen ---- Steuerneintreiben.

**) Irgend einer der Reformatoren, die all« mit «inandar nackFürstengunst schielten.

***) Sächsischer Kanzler.