Buch 
Katharina II. von Russland : August der Starke - Kurfürst von Sachsen, König von Polen ; Papst Alexander VI. ; Karl Leopold - Herzog zu Mecklenburg-Schwerin ; Ludwig XIV. - König von Frankreich
Entstehung
Seite
17
JPEG-Download
 

Bürger Grieben in Leipzig, daßBertha von Schliebe»für ihre eingebüßte Unschuld von August tausend Gülden be-gehrt, daß er sie darob aber hart und heftiglich angelassen.*Charakteristisch ist die Bemerkung, welche der Briefschreiberdieser Mittheilung anhängt:Es ist ein Jammer", meint er,um die großen Herren, wie sie itzo sind."*)

Herzog Ernst von Anhalt tadelt in einem Schreibenan einen seiner Vettern des sächsischen KurfürstenBrunst ufden Frauenzimmer" und macht sich darüber lustig, wie Augustvon seiner eifersüchtigen Ehegesponsin überallhin verfolgt werde.Joachim Näbel, Kommandant der sächsischen Truppen, äußertvon seinem kurfürstlichen Herrn:Es wäre zu wünschen, daßer von der Kriegskunst so viel verstünde, wie von der Kunst,über hübsche Weibelein zu victoriren".

So steht es umdie unverletzte Treue", welche dieserKurfürst seiner geliebten Ehehälfte bewahrt haben soll. DasGesetz der Vererbung scheint hier eine verhängnißvolle Rollegespielt zu haben. Bei alledem spielte der Herr Kurfürst sichgar eifrig auf den Frommen hinaus.Ganz nach Art seinerMutter", sagt Ebeling,trieb eS ihm keinen Augenblick dieScham in die Wangen, wenn er sich Tag für Tag den Scheineines frommen Mannes gab, Andachten verrichtete, regelmäßigdie Predigt anhörte, häufig das Sakrament des Altars gcnaß,geistliche Schriften in Hülle und Fülle las u. s. w." Wo esdarauf ankam, die Vorschriften seines Glaubens praktisch insWerk zu setzen, da sehen wir ihn freilich in anderem Lichte:

*) !ene Aktenstücke, au» denen die angeführten Briefsteller, ent»»ommen sind, befinden sich im Sächsischen Haupt-StaatSarchiv.