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Erhaltung seiner verrotteten Soldateska oedurfte. So kamauf der Versammlung der Landstände im Jahre 1640 dastraurige Schicksal der beiden vogtländischen Städte Adorf undOelsnitz zur Sprache, die von den Kriegskommissären desKurfürsten auf das Roheste vergewaltigt worden waren, weilsie, nachdem Kaiserliche und Schweden sie ausgeplündert hatten,nicht mehr im Stande waren, ein paar Scheffel Hafer auf-zubringen. Die armen Leute mußten gleich den Bürgern vonZwickau auswandern, wenn sie in der Heimath nicht Hungerssterben oder von den „Vertheidigern des Vaterlandes" todt-geschlagen werden wollten.
Als die Greuel des Krieges vorüber waren, war der be-sorgte Laudesvatcr natürlich darauf bedacht, den Wohlstandseines Volkes „nach Kräften zu heben". Zu diesem Zweckgriff er zu einem bei den Wettinern von jeher beliebten Mittel:er vertheilte das Land unter seine vier Söhne, so »aß diearmen Kursachsen statt einer Hofhaltung nunmehr deren vierzu erhalten hatten. Neue Steuern wurden erfunden*), neueLasten der mannigfachsten Art dem armen, bedrückten Volkeaufgebürdet. Jetzt erst wurde jenes furchtbare Svstem der
-*) Hier eine Probe der kurfürstlichen Besteuerungskunst jenerTage. In einer Beschwerde der Landstände vom 23. April 1657^in denen über die Verschwendung des Landesvermögens bittere Klagegeführt wird, werden folgende „Anlagen" aufgezählt: I. Landsteuer8. Tranksteuer, 3. Fleischpfennig, 4. Accise, S. Quatember, 6. Kammer-hülfe, 7. Pah- und Pferdegelder, 8. Festungsbaugelder, 9. Defeusion-Wartegelder, 10. Defensionsteuer, II Extraordinarsteuer, 12. Römer-jüge, >3. Kriegssteuer, 14. Landtagsunkosten, IS. Baarschakt-Steuerlü. Weinsteucr und noch über dreißig andere Steuern-