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Katharina II. von Russland : August der Starke - Kurfürst von Sachsen, König von Polen ; Papst Alexander VI. ; Karl Leopold - Herzog zu Mecklenburg-Schwerin ; Ludwig XIV. - König von Frankreich
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23
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Mlfs Mark ausgesogen hatte, da begnadete der besorgte Landes«Vater sein Kurfürstenthum mit einer - neuen Steuer-verfassung (1660), durch welche die Schraube nur um so festerangezogen wurde. Man sieht: sie waren einander zu alleuZeiten gleich die Herren an dem großen Schraubstock . . .

Auf Johann Georg II. folgte Johann Georg III.(168091) und auf diesen Johann Georg IV. (169194) Vater und Bruder unseres Helden, Augusts des Starken.Beide wiesen gewissermaßen ihremberühmten" Nachfolger denWeg, den er später wandelte: Der Vater, indem er den Pro-testantismus abschwören und als Renegat in den Schooß deralleinseligmachenden Kirche zurückkehren wollte,*) und derBruder, indem er jene Maitressenwirthschuft in Sachsen ein-Vihrte, die dann unter August zu so maßloser Ausdehnung ge-deihen sollte.

Die Reichsgrastn von Rachitis. Mit sechszehnJahren bereits hatte sich Johann Georg IV. in MagdalenaSibylla von Neitzschütz, die Tochter eines Obersten der kur-fürstlichen Leibgarde, derartig verliebt, daß sein Vater denKnaben, um ihn auf andere Gedanken zu bringen, in's Auslandschicken mußte. Die Neitzschütz war ein ungebildetes, kokettesFrauenzimmer, das schon mit dreizehn Jahren eine ganze Reihevon Liebhabern besaß. Als Johann Georg IV. mit 23 Jahrenzur Regierung kam, lebte er mit der Neitzschütz öffentlich imskandalösesten Verhältniß. Er schenkte ihr eine große Anzahlvon Kammergütern und bereicherte sie so unsinnig, daß man

*) Nur :in frühzeitiger Tod hinderte ihn an der Ausführungdieses Vorhabens.