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nach ihrem Tode nicht weniger als sechs Tonnen Goldes inihrem Hause gefunden haben soll. Auf Betreiben seiner Mutterließ er sich zu einer Heirath mit Eleonore von Sachsen-Eisenach bestimmen, als jedoch die auserwählte Braut ihrenEinzug in Leipzig hielt, sah er demselben an der Seite seinerMaitresse vom Schloßfenster zu und machte sich mit der Neitz-schütz und deren Mutter über seine „Zukünftige" lustig.
Obschon er nun mit Eleonore rituell getraut war, betrieber doch bereits im ersten Jahre seiner Ehe auf's Eifrigste dieVermählung mit seiner Maitresse. Der gefällige Kaiser Leopold I.hatte die letztere zur Reichsgräfin von Nochlitz erhoben,und die Kinder, die aus ihrer Verbindung mit dem Kurfürstenhervorgehen würden, sollten als legitime Sprößlinge, wenn auchohne Nachsolgerecht, angesehen werden. Als Rechtfertigung desKurfürsten, der allen Ernstes auf seinem bigamisiischen*) Planebestand, schrieb der berühmte Jurist Samuel Stryf zuWittenberg eine Schnft zur Vertheidigung der Vielweiberei.Auch die sonst so strenge lutherische Geistlichkeit zeigte sichden sündigen Gelüsten des hohen Herrn durchaus gefällig, in-dem sie darauf hinwies, daß es in der Bibel nicht verbotensei, zwei Weiber zu nehmen und ja auch Luther der Doppel-ehe Philipps von Hessen seinm Segen gegeben habe.Einer dieser geistlichen Herren, zu dem einmal die kurfürstlicheMaitresse in die Beichte ging, soll dafür, daß er ihr die Ab-solution**) ertheilte, zum Superintendenten in Oschatz ernanntworden sein.
*) Bigamie ---- Doppelehr.
Lossprechung von den Sünden.