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Liebhaber gekümmm war, ging in ein Kloster; „sie starb nichtlange darauf im Geruch der Heiligkeit," bemerkte boshaft derBaron Pöllnitz. .
Prinz August machte nun die Bekanntschaft einer berühmtenModedame, Namens Trompettina. „Er speiste", erzählt derHöfling Pöllnitz, „tagtäglich bei ihr in Gesellschaft der vor-nehmsten jungm Wüstlinge von Venedig, und die Völlerei wardbei diesen Mahlen auf den äußersten Grad getrieben." DerTrompettina folgte eine junge Kaufmannsfrau, Signora Mathei,und dieser eine junge Nonne in einem adeligen Kloster. „GanzVenedig hielt ihn nun für echt katholisch, und die Frommenbewunderten die Hand der göttlichen Vorsehung, die ein ver-irrtes Schaf in den Stall der Kirche zurückführten. Es fehltewenig, so hätte man seine liebe Nonne bei lebendigem Leibekanonisirt. Die Weltleute wußten freilich besser, woran siemit dem Prinzen warm."
In Bologna, in Florenz, i» Rom und Neapel setzteFriedrich August seine interessanten Studim mit ungeschwächtemEifer fort. Die Sittenlosigkeit der italienischen Fürstenhöfe gabder Verworfenheit des französischen Hofes nur wenig nach, undwenn auch die Glanzzeit des italienischen Despotismus bereitsentschwunden und das Elend des durch Pfaffen und Junkerausgesogenen Volkes von Italien aufs höchste gestiegen war,so gab es doch für einen schwerfälligen Sachsen in diesennoblen Bruthöhlen des parfümirten Lasters noch gar vieles zulernen.
Zwischen Frankreich und dem Hause Oesterreich war esindessen zum Kriege gekommen und der Kurfürst von Sachsenzog mit seinem Truppencontingent und seinen beiden Söhnen