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Katharina II. von Russland : August der Starke - Kurfürst von Sachsen, König von Polen ; Papst Alexander VI. ; Karl Leopold - Herzog zu Mecklenburg-Schwerin ; Ludwig XIV. - König von Frankreich
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31
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an den Rhein, nm die sächsischen Fahnen mit der Glorie desRuhmes zu schmücken. Unglaubliche Beweise von Tapferkeitsoll nach den offiziellen Geschichtsbüchern unser Friedrich Augustbei dieser Gelegenheit geliefert haben. Da jedoch keine einzigeseiner Ruhmesthaten auf die Nachwelt gelangt ist, so ist wohlanzunehmen, daß es mit denselben eitel Wind war und dievon dem kühnen Helden Besiegten in den meisten Fällen denUnterrock statt des Panzers getragen haben . . .

Feindliche Kendee. Mitten im Feldzug (1691) starbder Kurfürst, und Friedrich Augusts älterer Bruder JohannGeorg IV. gelangte zur Herrschaft. Das Verhältniß derbeiden Brüder war das denkbar schlechteste. Es scheint, daßFriedrich August an dem Bruderzwist die Schuld trug, da ernicht nur der Maitresse des neuen Kurfürsten, sondern auchder unglücklichen Gemahlin desselben, Eleonore, den Hof ge-macht haben soll. Wenigstens gab es furchtbare Eifersuchts-scenen zwischen den Betheiligten, und die Favoritin des Kur-fürsten nebst ihrer Mutter schürten den Brand noch nachKräften. In drastischer Weise schildert Baron Pöllnitz einedieser Familienscenen:

Ha!" rief der Kurfürst mit drohender Stimmenunliegt Dein Verständniß mit meinem unwürdigen Weibe amTage! Aber ich werde mich von Euch beiden loszumachenwissen!"

Mit diesen Worten verließ er das Zimmer und stürztesich in der Kurfürsiin Kabinet. Er ließ der Wuth, die sichseiner bemächtigt hatte, den Zügel, drang vor das Bett deiKurfürstin, zog und hätte ihr sonder Zweifel den Degen insherz gestoßen, wenn nicht Prinz August, der seine jähe Hitze