Buch 
Katharina II. von Russland : August der Starke - Kurfürst von Sachsen, König von Polen ; Papst Alexander VI. ; Karl Leopold - Herzog zu Mecklenburg-Schwerin ; Ludwig XIV. - König von Frankreich
Entstehung
Seite
43
JPEG-Download
 

Gesellschaftskreise bildet. ES war damals die Zeit der mytho-logischen Firlefanzereim, der Schäferspiele, Nachahmungen desBürger- und Bauernlebens und sonstiger kindischen Albern-heiten, mit denen sich die „vornehme Welt" über ihre Lange-weile hinwegzutäuschen suchte, nachdem sie in rohem Sinnen-genuß, in Völlerei und geschlechtlichen Excessen*) ihre körperlicheGenußfähigkeit bis zur Übersättigung angestrmgt hatte.

Da gab es Amazonm, Nymphen und Faune, und roheJagdscenen, bei denm das arme gehetzte Wild so gepürschtwurde, daß es in einen Teich stürzen mußte, damit die Damender Gesellschaft von ihren Gondeln aus das Vergnügen habenkonnten, „den Hirsch sterben und ihm das Jagdrecht geben zusehen." Dann spielte man „Türken", wobei August als Groß-herr im Serail erschien und seiner angebeteten „Lieblingsfrau"Aurora den Hof machte. Dann folgten Lustfahrtm, Theater-aufführungen und endlich das Souper, bei welchem Aurora aufihrem Teller einen Strauß von Diamanten, Rubinen, Sma-ragden und Perlen fand, „welche andeutetm, daß sie die Königindes Balles sei, der nach der Tafel gegebm werden sollte."Fünfzehn Tage lang folgten sich so Fest auf Fest, Lustbarkeitauf Lustbarkeit, die Kasse des Kurfürsten einer läppischen Launezu Liebe um Millionen erleichternd.

Mit Wehmuth mochte die verabschiedet« Aurora in ihrerDuedliuburger Klosterstille an diese Tage zurückdenken. Siewar, als sie den Abschied erhielt, klug genug gewesen, ein ge-wisses Freundschaftsverhältniß zn Friedrich August aufrecht zuerhalten, das wmigstens ihrem Sohne, dem bekannten Grafen

') Ausschweifung«»