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Katharina II. von Russland : August der Starke - Kurfürst von Sachsen, König von Polen ; Papst Alexander VI. ; Karl Leopold - Herzog zu Mecklenburg-Schwerin ; Ludwig XIV. - König von Frankreich
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47
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Von Krakau -in« e« nach »«rscha», d« stwch, Lstrrli«

immer an der Seile der Königs. Den Polen war es garbald klar geworden, wer Geistes Kind ihr neuer König warund sie behandelten ihn auch von Anfang an, auf eine hundS-föttische Weise, während sie sein gutes kurfürstliches Gelddurchaus nicht verachteten. Selten hat ein Monarch eine f»lächerliche und zugleich traurige Rolle gespielt, wie diese polnisch-sächsische Majestät.

Man besuchte die Maskeraden und Feste, die der neueKönig den polnischen Magnaten zu Ehren veranstaltete, mantrank seine Weine, schmückte sich mit den Diamanten, die ermit vollen Händen verschenkte, stach ihn bei seiner GräfinEsterle aus, aber ernst nahm ihn auch nicht ein einziger dieserhalbbarbarischen, mit jesuitischer Scheinbildung oberflächlich über-tünchten Bauernschinder, von denen sich jeder Einzelne hoch er-haben dünkte über den hergelaufenen sächsischen Duodezfürsten.Wie eine tragikomische Camevalsposse nahm sich von Anfangan diese königliche Herrlichkeit aus, nur daß sie leider fürviele, viele Millionen, zumal für die Sachsen, einen gar trüb-seligen Fortlauf nehmen sollte.

Gin theurer Spaß. Mit schwerer Sorge sahm dieSachsen ihren Kurfürsten nach Polen ziehen. Als der neueKönig ihnen den Befehl schickte, über seine Rangerhöhung zujubeln und das Tedeum zu singen, da ließen sie seufzend austiefem Herzen dem Jubelgesang das Lied:Ach, bleib bei uns!"folgen. Aber Augustus II. so nannte sich jetzt der König blieb leider nicht bei ihnen, sondern hielt seinen Hof fortanmit Vorliebe im Lande der Sarmaten und kam nur bann zuihnen wenn er Geld brauchte. Schwer waren die materiellen