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Opfer, welche die thörichte Nuhmsuckit des Königs vem kleinenLändchen an der Elbe auferlegte. Der König hatte einen imLande unerhörten Versassungsbruch begangen, indem er die bis-herigen Behörden suspendirte, den katholischen Fürsten Egonvon Fürstcnberg, einen verworfenen Jntriguanten zum Statt-halter einsetzte und eine „General-Commission" ernannte,welche alles „auf anbefohlene kurze Art" erledigen, d. h. mitanderen Worten so viel Geld als möglich erpressen und nachWarschau schicken sollte Alles murrte in Sachsen über diefurchtbaren Mißbrauche, welche in der Verwaltung einrissen,über die maßlose Verschwendung der Landcskraft zu Gunsteneiner phantastischen Marotte. Die alte sächsische Spottlust er-wachte wieder, es hieß, der König wolle „aus polnischem Holzund Koth edlen Marmorstcin machen", und eine Münze wurdegeprägt, welche einen Bauern darstellte, der eine Frau imSchubkarren fuhr; die Umschrift lautete: „Ich führe Sachsennach Polen." Ein späterer Schriftsteller sagte dasselbe mitden bezeichnenden Worten: „August goß Sachsens Kraft undMark in ein sarmatisches Danaidenfaß."
Im ersten Jahre ging die Sache so so. es lag nochetwas Geld im Kasten. Silier bald mußte August anfangen,seine Besitzungen zu verkaufen und zu verpfänden, und 1698bereits hieß es, er wolle seinen Kurfürstenhut an Sachsen-Gotha verkaufen. Gleichzeitig wurde in Leipzig ein Anleihe-institut begründet, eine General-Konsumtionsaccise, eine Dorf-accise, eine Vermögens-, Rang- und Kopfsteuer eingeführt,eine Lotterie eröffnet und durch hundert andere Einfälle derkurfürst-königlichcn Finanzkünstler die Plünderung des armenSachseulandcS mehr oder weniger systematisch betrieben. Nach