Betragen, daß er zuletzt nicht mehr ohne ihn sein konnte/(Pöllnitz.)
Ihre Beziehungen zu Flemming wußte die Gräfin Esterlevor dem stumpfsinnigen Könige geschickt zu verbergen, endlichjedoch ereilte sie ihr Schicksal, als Anglist sie eines schönenTages mit dem polnischen Fürsten Wisnowjeski erwischteBinnen 24 Stunden mußte sie Warschau verlassen, und alssie bereits zwei Tagereisen zurückgelegt hatte, ereilte sie einköniglicher Courier, der ihr nachträglich noch die Diamantenabforderte, welche der König ihr geschenkt hatte. Es war einrachsüchtiger Einfall ihrer Gegner am Hofe, ihr diese Diamantenabnehmen zu lassen, aber die Oesterreicherin war doch nochschlauer als jene: sie übergab dem Courier eine wohlverschlosseneund versiegelte Schatulle, mit dem Auftrage, sie unterwegs jarecht in Obhut zu nehmen, und als König August in Warschaudas Schatzkästlein öffnete, erwies es sich als mit lauter Papier-schnitzeln gefüllt. Die geriebeneMailressetrinmphirteüber ihre Feinde.
Nun hüpfte August „wie ein Irrlicht" von Liebschaft zuLiebschaft, bis ihn die Sippschaft seines Günstlings Flemmingfür eine junge Türkin Namens Fatime zu interessiren ver-stand, die als Kind während der Türkenkriege in die Händeder Preußen gerathen und in der Flemmingschen Familie er-zogen worden war. Allein er ivard des Mädchens, das vonihm einen Sohn gebar, bald satt und verheirathete es an einenHerren von Spiegel, der als Oberstlieutenant in seinerArmee stand. Die fürstlichen Maitressen waren in jener ver-worfenen Zeit bei „strebsamen" jungen Männern eine rechtbegehrte Waare. Der Sohn der Fatime wurde vorn Königenachträglich anerkannt, erhielt den Namen eines Grafen vonRutow ski und lebte später als Offizier am Hofe des Königs.
Die Fürstin von Tescheir. - Inzwischen hatte sichAugust in eine der vornehmsten Damen des polnischen Adels,die Fürstin Lubomirska, Gemahlin des Groß-Kronschatz-meisters und Nichte seines Hauptgegners im Lande, des Kardinal-Primas Radziejowski, verliebt. ^Lange warb er vergeblich