um das Herz dieser spröden Schönen. „Die französischenSchauspieler und die Kapelle wurden aus Dresden gerufen;alle Tage war Komödie, Ball, Karussel, Jagd, Wasserfahrten,Lotterie und tausend andere Lustbarkeiten. Nie war Warschauso lebhaft und glänzend."
Endlich fand der König Erhörung. Es war nach einemNingelrennen, bei welchem August derartig vom Pferde gestürztwar, daß er ein paar Tage das Bett hüten mußte. Die FrauGroß-Schatzmeisterin ließ es sich nicht nehmen, ihn persönlichauf seinem Schmerzenslager zu besuchen. Es war geradeFastenzeit, und nach der Sitte des Landes begab sich dieFürstin, da ihrem Magen das Fasten nicht zuträglich war, vierTage in jeder Woche in ein Kloster, um daselbst desto eifrigerfür ihr eigenes und ihrer Freunde Seelenheil zu beten. „Allesbewunderte und erhob ihren Eifer, und der Fürst, ihr Gemahl,war der erste, der applaudirte." Um zehn Uhr Abends aberhielt tagtäglich eine Karosse vor dem Kloster und entführte dieFürstin in Begleitung Vitzthums, des königlichen Adjutanten,in die Gemächer des Königs.
„So brachten sie die Fastenzeit süß und ruhig zu," wiePöllnitz sich ausdrückt. Dann aber kam der betrogene Gattehinter den Verrath seiner Ehehälfte, und nach einer Reihe vonheftigen Scenen wurde die Ehe des Paares durch den Papstgetrennt. Als der König nach Sachsen ging, um wieder einmalGeld zu holen, nahm er die Lubomirska sammt einem ganzenTroß von vornehmen polnischen Abenteurern und Dienern mit,um ihnen die Herrlichkeiten seiner Erblande zu zeigen. DieSachsen wollten platzen vor Aerger über das alberne Gebührendes Königs und den frechen Hochmuth, welchen die sarmatischenGäste zur Schau trugen. Das mußten sie an ihrem so krampf-haft angejubelten Kurfürsten erleben!
Kennzeichnend für den Geist jener Zeit ist die Thatsache,daß die Maitressen durchaus gleichberechtigt neben den legitimenFürstinnen in Gesellschaft erschienen. Als die Lubomirska,welche inzwischen »om Kaiser zur Reichssürstin von Teschen