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Katharina II. von Russland : August der Starke - Kurfürst von Sachsen, König von Polen ; Papst Alexander VI. ; Karl Leopold - Herzog zu Mecklenburg-Schwerin ; Ludwig XIV. - König von Frankreich
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57
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widersprachen. Der Statthalter Fürst von Fürstenbergwettete Tausend Dukaten, daß, wenn die Baronin bei Hofeerschien, sie niemand so beschaffen finden würde, wie ihr Gattesie beschreibe. Die Wette ward von Hoym angenommen, dieBaronin erschien bei Hofe und der Herr Geheimrath hatteseine Wette gewonnen, seine Frau aber für immer verloren.

Frau von Hoym, die bereits Anfangs 1706 vom Kaiserzur Gräfin von Cosel ernannt und offiziell als j,desheiligen römischen Reiches Gräfin v. Cosel" bezeichnet wurde,hat in der Geschichte Augusts eine Rolle gespielt, wie sie keinezweite Maitresse dieses Fürsten vor oder nach ihr innegehabthat. Acht Jahre lang sah sie den Kursiirsten-König zu ihrenFüßen liegen, drei Kinder*) hat sie ihm geschenkt und wenn,wie es einmal bei dem lockeren Zeisig August nicht anders zuerwarten stand, der hohe Liebhaber sich Seitcnsprünge erlaubte,so wußte sie doch stets durch rechtzeitiges Eingreifen ihn wiederauf den rechten Weg zurückzuleiten, bis schließlich für sie jenesEnde mit Schrecken kam, welches sie als eineMärtyrerin derLiebe" und ein Opfer des undankbaren Monarchen erscheinen läßt,deffen Maitrsscn sonst zumeist ganz günstig abzuschneiden wußten.

Die Gräfin Cosel wird als ein Weib von sprudelndemWitz und großer Liebenswürdigkeit geschildert, doch war sie dabeivon Herrschsucht, Eigennutz und Nachsucht erfüllt. Sie wareine abgefeimte Zntriguantin, die jahrelang geschickt alle Fädendes verwickelten Hoftreibens in der Hand hielt und alles be-herrschte. Ihr schlimmster Widersacher war der oben erwähnteGraf Flemming, der sie schließlich auch zu Falle bringen sollte.Ungeheure Summen hat sie dem Könige entlockt, aber damitnicht zufrieden, hatte sie es verstanden, dem gekrönten Schwach-

es Am 24. Februar 1709 gebar sie ihre erste Tochter, AugusteConstantia, die I72b den Grafen von Friesen heirathete. Am27. Oktober 1709 folgte eine zweite Tochter, Friederike Alexandria,welche 1730 dem polnischen Grafen Moszczynski angetraut wurde.Am 17. Oktober 1712 gebar sie einen Sohn, Friedrich August,welcher später als General in sächsijschen Diensten stand.