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wärt? konnte, ihre Stütze verloren. August beschloß, zumzweiten Mal seinen Einzug in Polen zu halten, und sieh: inder durch die ewigen Kämpfe bis aufs Mark erschöpftenRepublik*) hatte niemand ernste Neigung, ihm entgegenzutreten.Nachdem er somit zwei Länder aufs gründlichste ruinirt, hatteer endlich das Ziel seiner Wünsche erreicht, und fast einVicrteljahrhundert lang sollte er sich seiner polnischen Kronenoch erfreuen.
Aber welch' ein Jammerbild bietet diese Regierung dar!Ewige Zänkereien mit dem polnischen Reichstag' der dem Königemit Recht vorwarf, daß er sich auch in Polen zum absolutenHerrscher auswerfen und um diesen Preis sogar in eine Zer-stückelung des Landes einwilligen wolle — beständige Reibe-reien wegen der russischen Truppen, die immer noch „zumSchutze gegen die Schweden" im Lande standen und es nachHerzenslust plünderten — Kriegszüge nach den schwedischenBesitzungen in Pommern, die, selbst wenn sie siegreich waren,ungeheure Geldopfer verschlangen und nichts einbrachten —Einfälle der Kosaken, Brandschatzungen durch einheimischeRäubereien, ewige Fehden zwischen den meuterischen Adels-verbindungen und hinterlistige Niedermetzelung der verhaßtensächsischen Soldaten — — — das sind die bunt und wirrdurcheinander schwirrenden Erscheinungen, welche die Regie-rungsjahre Augusts von 1709 bis zu seinem Tode (1733)darbieten. In allem schwankend und haltlos, schien er nurin einem Punkte sich selber treu zu bleiben: in der Ver-schwendungssucht, Lasterhaftigkeit und UnsMichkeit, die ihm biszu seinem letzten Athemzuge anhafete.
Das Ende dev Gvästn Cofel. Er betrog seineGattin mit seinen öffentlichen Maitressen, und diese wiederummit anderen, geheimen Maitressen. Mit der Tochter einesWarschauer Weinhändlsrs, Henri ette Duval, hatte er ein
*) Das alte Polen war eine „Adelsrepublik" mit einem Wahl»köing an der Spitze.