haben wollte — die Gräfin Dönhoff ließ sich von ihrem Gatten,einem biederen Landjunker, scheiden und öffnete ihre Beutel undTruhen, um jenen „dichten, fruchtbaren Goldregen zu empfangen,der diese Familie wohlhabender machte, als sie je gewesen.
Als die Cosel, die wegen ihrer dritten Entbindung dies-mal nicht mit nach Polen gereist war, von diesen. Dingen er-fuhr, machte sie sich, so krank wie sie war, sogleich nach War-schau auf, um den Ungetreuen zu züchtigen. Allein an derschlesischen Grenze bereits traf sie der Befehl des Königs, sofortnach Dresden umzukehren, und als sie sich demselben nicht fugenwollte, ward ihr durch die Sendlinge Augusts — oder viel-mehr seiner neuen Maitresse, der Dönhoff — in ziemlich hand-greiflicher Weise klar gemacht, daß ihre Rolle ausgespielt sei.Sie kehrte gebrochen nach Dresden zurück, wo bald darauf diepolnische Courtisane mit einem ganzen Schweif von sarmatischenLumpenpack beiderlei Geschlechts ihren Einzug hielt. Die Coselwar, nachdem ihr bereits vorher die Ehrenwachen vor ihrenPalais, sowie alle sonstigen Attribute des offiziellen Maitressen-thums genommen worden waren, aus Dresden nach ihremSchlosse Pillnitz verwiesen worden.
Aber die Rache Flemmings hatte noch nicht ausgetobt.Noch befand sich in den Händen der Gräfin jenes wichtigeDokument, das ihr die Anwartschaft auf die Stellung einerKönigin sicherte. Um ihr nun diese Urkunde abzujagen, beganneine wilde Hatz auf sie, welche damit endete, daß die einst-mals so mächtige Courtisane als Gefangene nach dem SchlosseStolpen gebracht wurde. Hier lebte sie noch volle fünfzigJahre in strengster Bewachung, abgeschieden von aller Welt,von einstiger Herrlichkeit träumend. Nichts vermochte ihreWidersacher zu erweichen, die ihr jeden Zugang zum Königeabschnitten und ihn in beständiger Angst vor der Gefangenenzu erhalten suchten. Sie durfte keinen Brief schreiben, keinsihrer Kinder^-sehen, selbst keinen Fenstervorhang in ihremSchlafgemach herablassen. Alle zwei Stunden wurde^ihreWohnung von dem wachthuenden Offizier visitirt — .wenn