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Ehebruchs, MeineidS und Unzucht" durch eine Synode «rü-der Kirche ausstoßen zu lassm.
Der Eingriff des deutschen Kaisers hatte die Würde despäpstlichen Stuhles nicht wesentlich erhöht. Wir sehen, wietrotz desselben Papst Benedikt VI. von seinen Gegnern indie Engelsburg geschleppt und daselbst erwürgt wird, wie sein„bluttriefender Mörder"*) sich als Bonifaz VII. auf denpäpstlichen Stuhl setzt, um bald darauf, als man auch ihmauf den Leib rückt, mit der Kirchenkasse nach Konstantinopelzu entfliehen. -
Bald Mördergrube, bald Bordell und baL Wucherbörse— so präsentirr sich der Vatikan, der Palast der „VicoreChristi"**) in jenem dunklen Zeitalter. Um die Mitte deselften Jahrhunderts sehen wir einen zehnjährigen Knaben,Benedikt IX. (j- 1056) als Oberhaupt der Christenheit, deran Lasterhaftigkeit selbst Johann XU. noch übertraf. Raub.Mord und Unzucht wurden offenkundig von diesem Papste inKinderkleidern verübt, und als die Römer den jungen Burschenendlich verjagten und einen Gegenpapst emannten, verkaufte ersein Anrecht auf den heiligen Stuhl um 1000 Pfund Silberan einen römischen Erzpriester. Drei Päpste existirten nunneben einander — denn trotz des abgeschlossenen Handels tratauch Benedikt immer noch als „heiliger Vater" auf — bisschließlich alle drei durch eine Synode abgesetzt wurden undeinem vierten Platz machten.
Der vorübergehende Aufschwung, den das deutsche Kaiser«
*) So nennt Papst Sylvester II. seinen Vorgänger Bonifaz VIl.
*) Diesen Namen führten die Päpste des Mittelalters mUVorliebe.