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römischen Päpste," sagt Kautsky, „haben vollführt, was dierömischen Kaiser deutscher Nation vergeblich angestrebt,, di«Zusammenfassung der Christenheit unter einem einzigen Mr-narchen."
Dieser Monarch ist der römische Papst, der im elften,zwölften und dreizehnten Jahrhundert thatsächlich der Be-herrscher Europas ist. In diese Zeit fallen die bekanntenTage von Canossa (25.-28. Januar 1077) der größte ^Triumph des „geistlichen" Kopfes der Menschheit „über denweltlichen". Der deutsche Kaiser kniet barfüßig und barhäuptig,im härenen Büßergewand, vor dem Obersten der römischenPriester und und bittet demüthig um Gnade. Und mit selbst-gefälligem Stolze kann dieser Priesterkö'nig Gregor VH. er-klären: „Wie der Mond nur durch die Sonne leuchtet, so istdie Kaisermacht nur durch das Papstthum, weil der Papst nur -durch Gott ist. Seine Macht steht über den Thronen derErde, unter ihm ist alles, Weltliches wie Geistliches gehörtvor seinem Richterstuhl."
Noch schroffer brachte Jnnocenz m. (1198—1216) dendespotischen Grundgedanken des päpstlichen Strebens zumAusdruck. „Wie in der Bundeslade," sagt dieser hartherzigeStatthalter des Himmels, der „bei den Zähnen Gottes" zuschwören pflegte — „die Ruthe neben den Tafeln des Gesetzes ^
lag, so ruht auch in der Brust des Papstes zugleich i
die furchtbare Kraft zu zerstören und die Vergünsti-gung der Gnade."
So sah es in jenen Tagen um die christliche „Religionder Liebe" aus. Und die Nachfolger Petri genirten sich durchaus nicht, jener „furchtbaren Kraft, zu zerstören", frei die