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volle Ueberzeugung, daß der Papst oder dessen Sohn ihn per«giften wolle, um sich seiner Schätze zu bemächtigen."
Nach dem weiteren Berichte Sanutos gelang es demKardinal, den Tafeldecker des Papstes zu veranlassen, daß ergegen eine Belohnung von 10,000 Dukaten die Büchse mitdem vergifteten Konfekt, welche Corneto ins Jenseits befördernsollte, nicht vor ihn, sondern vor den Papst hinstellte. Vaterund Sohn hatten nun beide von der vergifteten Näscherei ge-gessen und wären sogleich nach dem Mahle erkrankt. Cäsar,der sich nach einigen Tagen wieder erholte, wußte, daß dieletzte Stunde für seinen Vater geschlagen hatte, doch hielt eres nicht einmal für nothwendig, denselben auf seinem Todten-bett zu besuchen, sondern war nur darauf bedacht, wie er ausdem jäh erfolgten Zusammenbruch seiner politischen Carriereso viel als möglich retten könnte. Er ließ den päpstlichenPalast durch seine Söldner besetzen und die Kassen des heiligenStuhles mit Beschlag belegen, um sich auf diese Weise zumHerrn der neugeschaffenen Situation zu machen, bevor seineGegner noch auf dem Platze erschienen.
So weit der Bericht des Sanuto. Ob nun diese Dar-stellung von dem Tode Alexanders auf Wahrheit beruht, oderjene andere, nach welcher er von einem heftigen Fieber hin-gerafft worden sein soll — genug: am 18. August 1503 schloßAlexanoer VI. für immer die Augen, und mit seinem Todesank die auf blutgetränktem Boden cmporgewachsene Macht derBorgia jäh in Trümmer. Nach einer dreiwöchentlichen Zwischen-regicrung Pius III. (aus dem Hause Piccolomini) gelangtJulian Novere als Julius II. auf den Papstthron.
Sogleich legte er seine starke Hand auf den blutigenNepoten Cäsar, dem er bisher listiger Weise gedient hattx.Aller Nimbus war von dem entsetzlichen Menschen entwichen,seit der mit der Tiara gekrönte Genosse seiner Verbrechen ge-storben war. Cäsar floh nach Neapel zu den Spaniern, unddiese machten mit ihm kurzen Prozeß, packten ihn auf einSchiff n„d drachlcn ihn (150-t) nach Spanien, wo er zwei